#zeitfokus.

Samstag, 28 Mär 2020
Foto: Csaba Nagy / CC0 (via Pixabay)
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Aktien sind nicht teuer. Nach der deutlichen Korrektur 2018 streben die Aktienmärkte in diesem Jahr wieder nach oben. So hat der Dax gerade ein Jahreshoch bei 12.914 Punkten markiert und im bisherigen Jahresverlauf rund 22% an Wert gewonnen. Spielen die Märkte verrückt und sind zu heiß gelaufen, mögen sich Beobachter fragen. Schließlich lahmt die Weltkonjunktur, etliche Unternehmen mussten Gewinnwarnungen vermelden und die Gewinnerwartungen der Firmen sind insgesamt rückläufig. Wird es daher gar wie im Vorjahr zu einem Einbruch des Aktienmarkts zum Jahresende hin kommen? Rückschläge bei Dividendentiteln kann es natürlich immer geben, insbesondere durch neue Botschaften von Donald und Boris. Doch Aktien, vor allem europäische Titel, sind insgesamt nicht teuer. Hinzu kommt, dass die Akteure am Aktienmarkt alles andere als euphorisch sind, eher herrscht Vorsicht. Denn insbesondere auch die institutionellen Anleger sind sich der Unsicherheiten sehr bewusst. Was diametral anders ist als vor einem Jahr, ist die Politik der internationalen Notenbanken. War die Fed vor Jahresfrist noch auf Straffungskurs, so hat sie inzwischen die Geldschleusen geöffnet. Bereits in der kommenden Woche könnte sie erneut die Zinsen senken. Auch die Europäische Zentralbank stellt reichlich Liquidität quasi kostenlos zur Verfügung. Hinzu kommt, dass die Notenbanken in den nächsten Monaten noch weiter lockern werden. Da es in Euroland auch am langen Ende keine Zinsen mehr gibt und sich auch die US-Zinsen markant ermäßigt haben, gibt es kaum eine Alternative zu Aktien. Die Monate November und Dezember sind saisonal ohnehin eine gute Zeit für Dividendentitel, größere Rückschläge gab es in diesem Zeitraum lediglich in den Jahren 2000 und 2018. Somit dürfte der Aktienmarkt in diesem Jahr zum Jahresende hin eher zulegen denn einbrechen. Welche Stärke der Aktienmarkt hat, wurde jüngst sichtbar, als das Dax-Schwergewicht SAP nach guten Zahlen und einem Wechsel an der Firmenspitze an einem Tag um mehr als 10% zulegte und den deutschen Leitindex mit nach oben zog. Warum sind nun Aktien aber nicht teuer? Weil bei der Bewertung von Dividendentiteln stets die Alternativen, sprich die Zinsseite und die mit Anleihen zu erzielende Rendite, mit einzubeziehen sind. Würden zehnjährige Bundesanleihen noch Renditen von 8% oder 9% im Jahr abwerfen, wären Aktien vielleicht teuer. Aber es gibt nichts mehr; wer Bunds erwirbt und durchhält, zahlt sogar drauf. Auch für Festgeld locken keine Zinsen mehr. Manfred Hübner, Research-Chef bei Sentix, hat nun europäische Aktien unter Einbeziehung der Anleiheseite bewertet. Dazu hat er zum einen die Dividendenrendite europäischer Aktien minus der Rendite zehnjähriger Anleihen berechnet. Das Ergebnis: Mit einem Wert von 4% sind europäische Aktien im langfristigen Vergleich derzeit ausgesprochen günstig bewertet. Zieht man von diesem Wert noch die Teuerungsrate ab, erhält man ein ähnliches Bild. Hübner hat diese Größen auch für den US-Aktienmarkt berechnet. Demnach sind US-Werte ebenfalls keineswegs teuer, allerdings nicht so günstig bewertet wie europäische Titel. Für europäische Aktien stellt auch Michael Bissinger von der DZ-Bank fest, dass die Dividendenrenditen gegenüber Anleihen einen Renditeaufschlag von gut 4% bieten, was nahe dem Rekordniveau liegt. Und nach Einschätzung von Stefan Keitel, Chefstratege bei Deka Investments, lohnt es sich, über eine höhere Gewichtung von Dividendentiteln nachzudenken, schon um damit den Rückgang der Zielrendite infolge der ultralockeren Geldpolitik zumindest teilweise zu kompensieren. Denn im aktuellen Umfeld sind Aktien durchaus attraktiv. Quelle: ots/Börsen-Zeitung

Nach der deutlichen Korrektur 2018 streben die Aktienmärkte in diesem Jahr wieder nach oben. So hat der Dax gerade ein Jahreshoch bei 12.914 Punkten markiert und im bisherigen Jahresverlauf rund 22% an Wert gewonnen.

Markus Söder zog für den Freistaat zu Recht die Notbremse.
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Söders Schritt ist richtig

Spielen die Märkte verrückt und sind zu heiß gelaufen, mögen sich Beobachter fragen. Schließlich lahmt die Weltkonjunktur, etliche Unternehmen mussten Gewinnwarnungen vermelden und die Gewinnerwartungen der Firmen sind insgesamt rückläufig. Wird es daher gar wie im Vorjahr zu einem Einbruch des Aktienmarkts zum Jahresende hin kommen?

Rückschläge bei Dividendentiteln kann es natürlich immer geben, insbesondere durch neue Botschaften von Donald und Boris. Doch Aktien, vor allem europäische Titel, sind insgesamt nicht teuer. Hinzu kommt, dass die Akteure am Aktienmarkt alles andere als euphorisch sind, eher herrscht Vorsicht. Denn insbesondere auch die institutionellen Anleger sind sich der Unsicherheiten sehr bewusst.

Was diametral anders ist als vor einem Jahr, ist die Politik der internationalen Notenbanken. War die Fed vor Jahresfrist noch auf Straffungskurs, so hat sie inzwischen die Geldschleusen geöffnet. Bereits in der kommenden Woche könnte sie erneut die Zinsen senken. Auch die Europäische Zentralbank stellt reichlich Liquidität quasi kostenlos zur Verfügung. Hinzu kommt, dass die Notenbanken in den nächsten Monaten noch weiter lockern werden.

Da es in Euroland auch am langen Ende keine Zinsen mehr gibt und sich auch die US-Zinsen markant ermäßigt haben, gibt es kaum eine Alternative zu Aktien. Die Monate November und Dezember sind saisonal ohnehin eine gute Zeit für Dividendentitel, größere Rückschläge gab es in diesem Zeitraum lediglich in den Jahren 2000 und 2018. Somit dürfte der Aktienmarkt in diesem Jahr zum Jahresende hin eher zulegen denn einbrechen.

Welche Stärke der Aktienmarkt hat, wurde jüngst sichtbar, als das Dax-Schwergewicht SAP nach guten Zahlen und einem Wechsel an der Firmenspitze an einem Tag um mehr als 10% zulegte und den deutschen Leitindex mit nach oben zog.

Warum sind nun Aktien aber nicht teuer? Weil bei der Bewertung von Dividendentiteln stets die Alternativen, sprich die Zinsseite und die mit Anleihen zu erzielende Rendite, mit einzubeziehen sind. Würden zehnjährige Bundesanleihen noch Renditen von 8% oder 9% im Jahr abwerfen, wären Aktien vielleicht teuer. Aber es gibt nichts mehr; wer Bunds erwirbt und durchhält, zahlt sogar drauf. Auch für Festgeld locken keine Zinsen mehr.

Manfred Hübner, Research-Chef bei Sentix, hat nun europäische Aktien unter Einbeziehung der Anleiheseite bewertet. Dazu hat er zum einen die Dividendenrendite europäischer Aktien minus der Rendite zehnjähriger Anleihen berechnet. Das Ergebnis: Mit einem Wert von 4% sind europäische Aktien im langfristigen Vergleich derzeit ausgesprochen günstig bewertet. Zieht man von diesem Wert noch die Teuerungsrate ab, erhält man ein ähnliches Bild.

Hübner hat diese Größen auch für den US-Aktienmarkt berechnet. Demnach sind US-Werte ebenfalls keineswegs teuer, allerdings nicht so günstig bewertet wie europäische Titel.

Für europäische Aktien stellt auch Michael Bissinger von der DZ-Bank fest, dass die Dividendenrenditen gegenüber Anleihen einen Renditeaufschlag von gut 4% bieten, was nahe dem Rekordniveau liegt. Und nach Einschätzung von Stefan Keitel, Chefstratege bei Deka Investments, lohnt es sich, über eine höhere Gewichtung von Dividendentiteln nachzudenken, schon um damit den Rückgang der Zielrendite infolge der ultralockeren Geldpolitik zumindest teilweise zu kompensieren. Denn im aktuellen Umfeld sind Aktien durchaus attraktiv.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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