Aus Ideen werden Innovationen

Foto: Missy Schmidt / Flickr (CC)

Wirtschaft
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Als "Forschungslücke" ist sie unter Wissenschaftlern bekannt - die wichtige Phase, in der ein Forschungsergebnis auf dem Prüfstand für eine spätere Umsetzung steht. Nicht zuletzt Finanzierungs- und Machbarkeitsfragen machen diese Phase für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oft schwierig. Damit ein vielversprechendes Forschungsergebnis schneller zur Anwendung kommen kann, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forscherinnen und Forscher jetzt mit der neuen Fördermaßnahme VIP+.

Die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung, in deren Rahmen die neue Maßnahme stattfindet, setzt nicht allein auf technische, sondern auch auf gesellschaftliche Innovationen. VIP+ ("Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung") greift diesen breiten Innovationsbegriff auf. Wissenschaftler aus Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften wie auch aus Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften oder interdisziplinären Projekten können mit Hilfe der Förderung ihre Forschungsergebnisse in Richtung einer konkreten Anwendung weiterentwickeln. Innovationspotenziale können so frühzeitig überprüft und so weit nachgewiesen werden, dass danach eine abschließende Entwicklung auch mit finanzieller Beteiligung Dritter möglich ist. Dieser Prozess nennt sich Validierung. Er umfasst bei VIP+ beispielsweise Machbarkeitsstudien, die Entwicklung von Demonstratoren, Testreihen oder die Sicherung von Schutzrechten.

"Deutschland soll Innovationsweltmeister werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Brücke von der akademischen Forschung zur Anwendung verbreitern", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Clevere Lösungsansätze für die Herausforderungen unserer Zeit, seien es neue Technologien, Produkte oder Dienstleistungen, sollen schneller als bisher umgesetzt werden und den Menschen zugutekommen. Wir wollen, dass aus guten Ideen Innovationen werden."

Der neuen Maßnahme VIP+ ging ein erfolgreicher Pilot (VIP) voraus, mit dem bereits in fast 140 Projekten Forschungsergebnisse validiert wurden. So probierte Bundesforschungsministerin Wanka heute im "Science Center Spectrum" der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin ein an der Freien Universität entwickeltes "Lehrbuch der Zukunft" aus: Als interaktives Experiment per Touchscreen lässt sich dort anschaulich erkunden, wie die Sternbilder an den Himmel eines Planetariums kommen oder aus wie vielen Farben weißes Licht besteht. Und über einen QR-Code können die Besucher das Experiment schließlich auf dem Smartphone oder Tablet mit nach Hause nehmen. Mit dem "Technology Enhanced Textbook" (TET) haben die Forscher des Fachbereichs Physikdidaktik der Freien Universität eine Idee für eine zeitgemäße, kommunikative und alltagsbezogene Online-Lernplattform umgesetzt. Derzeit arbeiten die Forscher daran, TET auf den Markt zu bringen. Andere Forscherteams entwick! elten im Rahmen der Pilotmaßnahme energieeffiziente hydraulische Antriebe für Bagger oder hochsensible Messverfahren für die Wartung von Windkraftanlagen weiter, so dass sie durch eine Ausgründung oder Lizenzvergabe anschließend wirtschaftlich verwertet werden können.

Die Pilotmaßnahme ist begleitend wissenschaftlich evaluiert worden. Die Evaluation hat gezeigt, dass es mit der Förderung gelungen ist, die Innovationslücke zwischen Forschung und Verwertung zu schließen und zugleich die Kultur des Wissens- und Erkenntnistransfers in Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu stärken. Mit der Pilotmaßnahme hat das BMBF Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 150 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen der neuen Maßnahme VIP+ können einzelne Projekte für bis zu drei Jahre mit jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro unterstützt werden.

Weitere Informationen: http://www.bmbf.de/de/2391.php
sowie unter www.validierungsfoerderung.de



Quelle: BMBF


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