Samstag, 19 Sep 2020
Foto: Mike Steele / CC BY 2.0 (via Flickr)
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Um es gleich vorwegzunehmen: Den Bayer-Geschäftsbericht ziert ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfer von Deloitte. Zudem ist keines der im Geschäftsbericht dargestellten Risiken aus Sicht des Vorstands bestandsgefährdend. Das ist wichtig, zumal die Prüfer ein besonderes Augenmerk auf die Abbildung der Rechtsstreitigkeiten - allen voran der Glyphosat-Thematik - gelegt haben.

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Foto: İrfan Simsar

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Warum das trotzdem der Erwähnung wert ist? Weil die Prüfer offensichtlich darauf pochten, dass die Auswirkung der knapp 50000 anhängigen Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Roundup auf die finanzielle Lage des Konzerns ausführlich dargelegt wird - unabhängig davon, dass Bayer noch keine Rückstellungen für den viel diskutierten Vergleich gebildet hat.

Letzteres ist insoweit in Ordnung, als das Nennen einer Hausnummer in anhängigen Rechtsfällen nur Begehrlichkeiten auf der Gegenseite weckt. Ähnlich verhält es sich mit konkreten Zeitvorgaben, die den Einigungsdruck erhöhen und damit einzig der Klägerseite dienen.

Umso interessanter ist jedoch, was unter dem Stichwort Glyphosat-Thematik im Risikobericht zu lesen ist: Dort ist die Rede von "erheblichen finanziellen Nachteilen", die Bayer unter anderem im Zuge eines Vergleichs entstehen könnten. Aufhorchen lässt auch, dass Bayer mit Blick auf die Finanzierung - spekuliert wird über eine Summe in der Größenordnung von 10 Mrd. Dollar - explizit eine Kapitalerhöhung ins Spiel bringt.

Finanzchef Wolfgang Nickl winkt an diesem Punkt natürlich gleich ab und merkt an, dass es sich bei diesen Ausführungen um rein theoretische Betrachtungen handelt. Viel lieber verweist er auf die Bruttoerlöse aus den im Vorjahr getätigten Verkäufen, die Bayer - das muss an dieser Stelle auch einmal gesagt werden - nicht nur schneller als geplant, sondern auch zu äußerst attraktiven Preisen gelungen sind. Brutto werden etwa 9,3 Mrd. Euro eingespielt.

Eine potenzielle Kapitalerhöhung würde Sprengstoff bergen, denn Bayer müsste sich dafür erst einmal das Okay der Hauptversammlung besorgen. Das vorhandene Pulver haben die Leverkusener mit der Monsanto-Übernahme verschossen. Angesichts des starken Kursverfalls der Aktie und des dadurch aufgeflammten Zorns der Investoren hatte es sich schlicht verboten, in der vorigen Hauptversammlung um einen neuen Kapitalrahmen nachzufragen. Wenig wahrscheinlich, dass das dieses Jahr anders aussieht.

Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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