Mittwoch, 12 Aug 2020
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Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union ist eine historische Zäsur und ein großer Verlust für alle Beteiligten: Die Briten verlieren an Gewicht auf der weltpolitischen Bühne und zugleich ihren Zugang zum weltweit größten Binnenmarkt. Auf der anderen Seite muss die Europäische Union den Verlust ihres wichtigsten Finanzplatzes und damit ihres Tors zum Commonwealth sowie in die USA hinnehmen.

Endlich darf wieder mit bis zu 50 Freunden Hochzeit, Geburtstag oder Jubiläum gefeiert werden.
Foto: Mitchell Orr

Verantwortungsvoll die neue Freiheit nutzen

Momentan verlieren nationalstaatliche Grenzen ökonomisch an Bedeutung und Wertschöpfungsketten vernetzen sich global. Der Austritt aus der Europäischen Union ist somit ein Auflehnen der Briten gegen die Megatrends Globalisierung und Digitalisierung. Andererseits schwächt der Verlust wirtschaftlicher und politischer Diversität durch den Austritt Großbritanniens die Europäische Union in ihrem Ziel, die sich digitalisierende Weltwirtschaft mitzuprägen.

Mit der Rückkehr zur isolierten nationalstaatlichen Koexistenz verspielen die Länder nicht nur das politische Kapital Europas, sondern auch grundlegende wirtschaftliche Potenziale für die Zukunft. Es liegt nun an den EU-Vertretern sicherzustellen, dass der Brexit kein Präzedenzfall für andere EU-Staaten wird. Sprich: Die Zeit des Rosinenpickens für alle Nörgler und Abweichler ist vorbei, jetzt muss die EU harte Kante zeigen. Für die zukünftige institutionelle Ausgestaltung der EU ist spätestens jetzt aber auch klar: Eine „ever-closer-union“ ist kein Weg, den alle mitgehen. Wichtig ist vor allem, dass die Politiker in den Mitgliedsstaaten aufhören, die EU für ihre eigenen Fehler verantwortlich zu machen. Europas Glaubwürdigkeit steht und fällt mit dem jeweiligen Rückhalt vor Ort.

Doch selbst wenn der Brexit die Staatengemeinschaft hart trifft, werden die akuten wirtschaftlichen Folgen überschaubar sein: Es ist nicht mit einem erneuten Losbrechen der Eurokrise zu rechnen. Die Reformen der Krisenstaaten sind weit genug fortgeschritten, das Finanzsystem hat Risikopuffer aufgebaut und der Austritt kommt letztlich ohne Überraschungsmoment daher. Eine Aufwertung des Euro gegenüber dem britischen Pfund verschlechtert zwar die europäische Wettbewerbsfähigkeit. Das geschieht allerdings in einem Maße, das die Wirtschaft kompensieren kann.



Quelle: IW Köln


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