Donnerstag, 01 Okt 2020
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Der Fall ist mehr als brisant: Die amerikanische Bundespolizei FBI will Apple dazu zwingen, quasi eine Hintertür im iPhone-Betriebssystem bereitzustellen, um Sicherheitsbehörden zu ermöglichen, auf geschützte Daten zuzugreifen. Doch der US-Konzern wehrt sich. Sagt klipp und klar: Nein! Und stößt eine öffentliche Debatte an. Und das mit Recht.

Berliner Innensenator Andreas Geisel lieferte Querdenkern den Stoff für ihre Empörung auf dem Silbertablett.
Foto: United Nations COVID-19 Response

Solche Demos müssen wir aushalten

Chapeau, Mr. Cook. Das wird bestimmt nicht leicht für den Apple-Chef. Ich ziehe meinen Hut und stehe voll und ganz hinter Ihnen. Es ist an der Zeit, den leidigen Forderungen der Sicherheitsbehörden nach umfassendem Zugriff auf alle möglichen privaten Daten Einhalt zu gebieten. Ginge es nach den Wünschen der Schlapphüte, wäre nichts und niemand mehr vor umfassender Durchleuchtung seiner Privatsphäre sicher. Schauen wir uns ein Smartphone doch einfach genauer an. Es geht nicht nur um Telefonverbindungen und Kontakte. Persönliche Notizen können hier ebenso gefunden werden wie Gesundheitsdaten oder ganze Bewegungsprofile. Wollen wir all das wirklich öffentlich machen?

Nein, privat muss privat bleiben. Für den zweifelhaften Nutzen des Herumspionierens wird jeder Kollateralschaden in Kauf genommen. Man muss kein IT-Experte sein, um zu wissen, dass jede eingerichtete Hintertür schnell auch zum Einfallstor für andere werden kann - vorzugsweise für Kriminelle. Eine mehr als beunruhigende Vorstellung.

Wirklich schlimm ist, dass Terroristen und andere professionelle Gesetzesbrecher über diesen Aktionismus sowieso nur müde lächeln werden. Im Netz gibt es genügend leicht zugängliche Lösungen, mit denen sich die Daten dann doch wieder sicher verschlüsseln lassen.



Quelle: ots/Allgemeine Zeitung Mainz


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