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Commerzbank: Keine großen Sprünge

Commerzbank HQ, FrankfurtFoto: Mathias / CC BY 2.0 via Flickr

Wirtschaft
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Commerzbank: Keine großen Sprünge

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Bei dem, was dieser Tage auf Anleger niederprasselt, kann man schon mal durcheinanderkommen. Und so vermeldeten erste frustrierte Commerzbank-Anteilseigner nach der nächtlichen Ad-hoc-Mitteilung schon mal voreilig, die Gewinnwarnung des Instituts sei eine klare Enttäuschung. Gemach, gemach. Denn frühestens kommenden Dienstag dürfte der in stürmischen Zeiten auf die Kommandobrücke bestellte Konzernchef Martin Zielke mit Vorstellung des endgültigen Zahlenwerks für das zweite Quartal auch zur Prognose Stellung beziehen.

Und so wie die Dinge stehen, bleibt ihm keine andere Wahl, als das noch von Martin Blessing formulierte Gewinnziel eines Nettogewinns von gut 1 Mrd. Euro für 2016 zu kassieren. Denn es klafft per Ende Juni eine Lücke von 40% zum Zwischenstand des Vorjahres - das lässt sich kaum aufholen, auch wenn der eine oder andere Sondereffekt noch für die Commerzbank laufen sollte. Alternativ kann Zielke bis zum September warten und ein erneuertes Jahresziel mit dem geplanten Strategie-Update inklusive Mittelfristziele verbinden.

Sollte Visibilität gegeben sein, ist Abwarten aber nicht ratsam, da die Anleger sowieso den herrschenden Gegenwind eingepreist haben. In der Spitze verlor das Papier am Dienstag mehr als 6%, seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf knapp 40% - und die Kursziele purzeln weiter, da die Bankenbranche gar nicht schnell genug gegen die Effekte des Niedrigzinsumfeldes ansparen kann.

Unter diesen Vorzeichen ist Zielke nun gefordert, eine Strategie aufzuzeigen, die mehr als Sparen darstellt. In der Bank gehören auch Ertragswachstum sowie Digitalisierung zum Dreiklang, aber die Einnahmeseite erklingt zinsbedingt in Moll. Und da auch die im zweiten Quartal leicht abgerutschte Kapitalquote mit Gewinnthesaurierungen weiter gepflegt werden will, sind keine großen Sprünge drin bei der Vorwärtsstrategie - wobei Zielke im Privatkundengeschäft schon bewiesen hat, dass sich Sanierung und Wachstumskurs auch gleichzeitig bewerkstelligen lassen.

Dieses Kunststück kann er hoffentlich wiederholen. Dabei muss jetzt der Hebel in der Mittelstandsbank angesetzt werden. Bis zu 20% der 5700 Arbeitsplätze dort sollen auf der Streichliste stehen, wird verbreitet. Dabei dürfen die Gelben aber nicht so weit gehen und ihre Stellung im Firmenkundengeschäft schwächen, sonst reift dort das nächste Einnahmeproblem. Es ist ein Balanceakt, frei nach dem Motto: Damned if you do, damned if you don't.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung


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