#zeitfokus.

Sonntag, 05 Apr 2020
Foto:The NRMA / CC BY 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  260 Worte im Text  vor 55 Tagen
Daimler sollte mit BMW kooperieren. Böse Zungen behaupten, dass die Bundesregierung die Umsetzung der neuen Prämie für Elektroautos auch deswegen verzögert, um der deutschen Autoindustrie mehr Zeit zu verschaffen. Denn während ausländische Hersteller ihre E-Autos bereits auf dem Markt haben, tun sich die Deutschen schwer. Schon bei der Abwrackprämie 2009 hatten speziell ausländische Hersteller von Prämien aus Steuergeldern profitiert. Das soll sich, folgt man dieser Theorie, nicht wiederholen. Also werde gewartet, bis die Deutschen so weit sind. Es gibt für diese Theorie, die einem immer wieder im Umfeld der Branche begegnet, keine Beweise. Aber wenn es so wäre, käme die Schützenhilfe Deutschlands wichtigster Industrie wohl nicht ungelegen. Allein dem VW-Konzern drohen nach Berechnungen der Beratung PA Consulting Strafzahlungen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro, sollte man die CO2-Grenzwerte der EU verpassen. BMW käme demnach auf 754 Millionen Euro, Daimler auf 997 Millionen Euro. Doch während bei BMW fleißig E-Autos des Modells i3 produziert werden und VW mit dem ID3 im Sommer zum Elektro-Angriff bläst, wirken die Stuttgarter ziemlich ratlos. Daimler fehlen offenbar Batteriezellen und Kompetenz. Laut "Handelsblatt" rechnet man intern damit, die Klimavorgaben zu verfehlen. Das ist verheerend, denn der sinkende Stern verdunkelt nicht nur den konjunkturellen Himmel über Baden-Württemberg. Auch Düsseldorf, Bremen oder Berlin wären betroffen. Daimler trägt schwer am Erbe von Ex-Chef Dieter Zetsche. Insofern wäre es erstens ein Fehler, wenn er in wenigen Jahren als Aufsichtsratschef zurückkehren würde. Und zweitens wäre es sinnvoll, noch stärker auf Kooperationen zu setzen - zum Beispiel mit BMW, auch wenn das momentan noch unmöglich erscheint. Quelle: ots/Rheinische Post

Böse Zungen behaupten, dass die Bundesregierung die Umsetzung der neuen Prämie für Elektroautos auch deswegen verzögert, um der deutschen Autoindustrie mehr Zeit zu verschaffen. Denn während ausländische Hersteller ihre E-Autos bereits auf dem Markt haben, tun sich die Deutschen schwer. Schon bei der Abwrackprämie 2009 hatten speziell ausländische Hersteller von Prämien aus Steuergeldern profitiert. Das soll sich, folgt man dieser Theorie, nicht wiederholen. Also werde gewartet, bis die Deutschen so weit sind.

Kevin Kühnert
Foto: Rosa Luxemburg-Stiftung / CC BY 2.0 (via Flickr)

Keine Revolution, aber Reformen

Es gibt für diese Theorie, die einem immer wieder im Umfeld der Branche begegnet, keine Beweise. Aber wenn es so wäre, käme die Schützenhilfe Deutschlands wichtigster Industrie wohl nicht ungelegen. Allein dem VW-Konzern drohen nach Berechnungen der Beratung PA Consulting Strafzahlungen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro, sollte man die CO2-Grenzwerte der EU verpassen. BMW käme demnach auf 754 Millionen Euro, Daimler auf 997 Millionen Euro.

Doch während bei BMW fleißig E-Autos des Modells i3 produziert werden und VW mit dem ID3 im Sommer zum Elektro-Angriff bläst, wirken die Stuttgarter ziemlich ratlos. Daimler fehlen offenbar Batteriezellen und Kompetenz. Laut "Handelsblatt" rechnet man intern damit, die Klimavorgaben zu verfehlen.

Das ist verheerend, denn der sinkende Stern verdunkelt nicht nur den konjunkturellen Himmel über Baden-Württemberg. Auch Düsseldorf, Bremen oder Berlin wären betroffen. Daimler trägt schwer am Erbe von Ex-Chef Dieter Zetsche. Insofern wäre es erstens ein Fehler, wenn er in wenigen Jahren als Aufsichtsratschef zurückkehren würde. Und zweitens wäre es sinnvoll, noch stärker auf Kooperationen zu setzen - zum Beispiel mit BMW, auch wenn das momentan noch unmöglich erscheint.



Quelle: ots/Rheinische Post
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