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Dauerbaustelle Telekom

Foto: Michael Gaida / CC0 (via Pixabay)

Wirtschaft
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Dauerbaustelle Telekom

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Wer die Telekom als Dauerbaustelle bezeichnet, wird bei Konzernchef Tim Höttges kaum auf Widerspruch stoßen. Im Gegenteil: Der Telekom-Lenker verweist gerne auf ein "aktives Portfoliomanagement", egal ob es um den Umbau von Randaktivitäten oder den Ausbau durch einen Mega-Merger in den USA geht.

Allerdings verläuft der Baufortschritt mitunter etwas zäh. Das gilt nicht nur für den geplanten Zusammenschluss der US-Tochter mit dem Wettbewerber Sprint, bei dem im Genehmigungsringen noch immer kein endgültiger Durchbruch in Sicht ist. Es gilt auch für die "Weiterentwicklung" oder gar "Monetarisierung" von Portfolioperlen wie der Funkturmgesellschaft - ein Asset, für das im Konzern schon lange überlegt wird, wie hier Werte gehoben werden können. Doch es zeichnet sich weder ein Verkauf, ein IPO noch dergleichen ab. Offenkundig ist die Telekom mit den Bewertungen bisher nicht zufrieden.

Besonders zäh gestaltet sich - nicht unerwartet - der Umbau der chronisch kranken Geschäftskundensparte T-Systems. Diese musste kürzlich einen weiteren Rückschlag verkraften. Die "Kooperation" bei Großrechnersystemen mit IBM musste wegen des Widerstands der Kartellbehörden abgeblasen werden. Nun sind weitere Portfolioarbeiten fällig, wobei die Abtrennung der Telekommunikationsgeschäfte bei T-Systems insofern überrascht, als dass es zuletzt noch geheißen hatte, der Bereich sei 2018 entgegen den Erwartungen leicht gewachsen.

Von der Zusammenlegung mit dem Bereich bei der Telekom Deutschland verspricht sich der Konzern mehr Effizienz. Zuvor dürfte aber noch das eine oder andere Gefecht mit den Gewerkschaften anstehen, zumal diese sich auch noch mit Umbauplänen bei der Telekom-Shop-Gesellschaft konfrontiert sehen.

Weniger überraschend ist dagegen die anstehende Ausgliederung der Geschäftsfelder Telekom Security und IoT. Der Schritt ist ein bewährtes Rezept von Höttges, um für mehr Tempo zu sorgen. Die Telekom hat speziell in diese beiden Bereiche sowie in die sogenannte Public Cloud große Hoffnungen gesetzt. 2020 soll bei allen drei noch defizitären Sparten die "große Ergebniswende" kommen, wie T-Systems-Chef Adel Al-Saleh jüngst betonte. Er hatte allerdings ebenso durchblicken lassen, dass er mit der Performance noch nicht zufrieden sei.

Nun erhöht die Telekom die Handlungsspielräume für die Bereichsverantwortlichen - aber auch den Druck. Ihr Erfolg wird mehr denn je gebraucht. Denn in Umsatz und Ergebnis zeitigt der laufende Umbau von T-Systems bisher noch so gut wie keine positiven Wirkungen.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
364 Wörter im Bericht.

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