Lesezeit: 2 Min

Deutsche Bank - Betrügerische Manipulationen gehören zum Geschäftsmodell

Foto: Carsten Frenzl

Wirtschaft
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Deutsche Bank - Betrügerische Manipulationen gehören zum Geschäftsmodell

.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac fordert, die Deutsche Bank zu zerschlagen. Anlass sind die jüngsten Ermittlungen gegen das Institut. "Eine Zerschlagung ist offensichtlich die einzige Möglichkeit, das kriminelle Verhalten der Deutschen Bank abzustellen", sagte Werner Rätz vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.

"Betrügerische Manipulationen und die Nichtbeachtung von Vorschriften der Länder, in denen die Deutsche Bank oder ihrer Töchter aktiv sind, gehören anscheinend zu ihrem Geschäftsmodell." Darauf deute allein die Tatsache, dass die Deutsche Bank eine Reserve in Höhe von 3,2 Milliarden Euro für so genannte Rechtsrisiken gebildet hat und von weiteren Risiken in Höhe von zwei Milliarden Euro spricht.

Attac sprach sich dafür aus, die Deutsche Bank in eine Publikumsbank ohne Investmentbanking umzustrukturieren, die das Risiko ihres Scheiterns allein übernimmt. Detlev von Larcher von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe "Finanzmärkte und Steuern": "Es darf endlich keine Bank mehr geben, die "too big to fail" ist - also bei einer drohenden Pleite mit Steuergeld gerettet werden muss. Der Fall Deutsche Bank macht das überdeutlich."

Immer wieder gerät die größte deutsche Bank mit Skandalen in die Schlagzeilen, in etlichen Ländern laufen Ermittlungen gegen sie. Nun hat sich zum ersten Mal die Finanzaufsicht in New York in die Ermittlungen wegen des Libor-Skandals eingeschaltet. Es geht um Vorwürfe, die Deutsche Bank sei in die Manipulation des Interbankenzinssatzes( Libor) verwickelt. Behörden weltweit untersuchen seit Jahren, ob Händler an den Referenzzinssätzen wie Libor und Euribor geschraubt haben. Viele Großbanken und Brokerhäuser haben bereits hohe Strafen bezahlen müssen.

Im Dezember 2013 akzeptierte die Deutsche Bank eine Strafe der EU-Kommission in Höhe von 725 Millionen Euro. Die US-Strafe beziehungsweise eine Einigung mit den US-Behörden steht noch aus.



Quelle: Attac


272 Wörter im Bericht.

Wirtschaft (Top 10/365)

  • Automobilindustrie: Innovativ und zukunftssicher?
    Freitag, 11. Januar 2019

    Wirtschaftsminister Altmaier beklagt schwere Versäumnisse der deutschen Automobilindustrie: Die Branche sei bei Zukunftsthemen wie dem autonomen Fahren und Elektroautos nicht optimal aufgestellt,...

  • Handelsabkommen: Der freie Handel lebt
    Freitag, 01. Februar 2019

    Heute ist ein großer Tag für den freien Handel. Ab heute gilt das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan, zudem halten China und USA eine Einigung in ihrem Handelsstreit endlich für möglich....

  • Cybersicherheit: Staat und Wirtschaft bündeln ihre Kräfte
    Donnerstag, 20. September 2018

    Cyberattacken sind gefährlich und unberechenbar, sie bedrohen Wirtschaft und Staat. Ein neues Bündnis soll die Zusammenarbeit im Kampf gegen Cyberangriffe nun verbessern. Das ist dringend nötig.

  • Der Welthandel wackelt
    Dienstag, 18. September 2018

    Die USA haben ihren protektionistischen Kurs gegenüber China noch einmal verschärft. Für den stagnierenden Welthandel ist das ein weiterer Rückschlag. Langfristig richtet diese Politik großen...

  • Deutsche Wirtschaft lehnt Altmaiers Industriestrategie ab
    Samstag, 23. Februar 2019

    Deutschlands Industrie lehnt Pläne von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) klar ab, mit staatlicher Beteiligung "nationale Champions" zu schaffen. "Politische Eingriffe mit dem Ziel, bestimmte...

  • BASF: Gründlich verschätzt
    Dienstag, 09. Juli 2019

    In den vergangenen Tagen war im Markt geradezu stündlich mit einer Gewinnwarnung der BASF gerechnet worden. Die Investoren waren auf schlechte Nachrichten aus dem weltgrößten Chemiekonzern...

  • Handelsstreit: Zwei Milliarden Euro Verlust
    Montag, 13. Mai 2019

    Der US-China Handelskonflikt belastet die deutsche Exportwirtschaft. Bleiben die neuen US-Zölle bestehen, wird China reagieren – das kostet die deutschen Exporte im kommenden Jahr zwei Milliarden...

  • Nationale Industriestrategie 2030: Im Ansatz richtig
    Dienstag, 05. Februar 2019

    Die Industrie ist ein Zugpferd der deutschen Wirtschaft. Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat deshalb eine neue Strategie vorgelegt, mit der er die politischen Rahmenbedingungen für die nächsten...

  • Autozölle: Gefahr für das deutsche Geschäftsmodell
    Montag, 18. Februar 2019

    Auch 2018 exportierte Deutschland in kein anderes Land so viel wie in die USA. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn Trump tatsächlich hohe Strafzölle auf Autos einführt. Sollte der US-Präsident Autoimporte...

  • Reform der Grundsteuer muss endlich umgesetzt werden
    Mittwoch, 05. Juni 2019

    Vor dem Hintergrund anhaltender Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition drängen die Gewerkschaften auf eine schnelle Grundsteuerreform. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell...