Deutsche Unternehmen drohen an der Digitalen Transformation zu scheitern

Foto: obs/Dimension Data Germany AG & Co./Martin Joppen

Wirtschaft
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Bad Homburg (ots) - Aktuelle Studie zur "Digital Business Readiness" von Crisp Research belegt, dass sich fast zwei Drittel der deutschen Unternehmen als Getriebene der Digitalen Transformation fühlen. Mehr als die Hälfte der Befragten besitzt noch keine funktionierende Digitalstrategie. Der digitale Wandel hat für fast drei Viertel entscheidenden Einfluss auf die Unternehmensstrategie, IT-Expertise wird für CEOs zu einer unerlässlichen Qualifikation. Vier von fünf Unternehmen benötigen zur erfolgreichen Bewältigung der Transformationsprozesse deutlich höhere Budgets.

Obwohl die Digitale Transformation in deutschen Unternehmen immer mehr zu einem allgegenwärtigen und strategisch relevanten Thema wird, fühlen sich 61 Prozent von ihnen allenfalls als Mitläufer und damit nicht oder nur teilweise für die Herausforderungen dieses Umwälzungsprozesses gewappnet. Das geht aus der "Digital Business Readiness"-Studie hervor, die das unabhängige IT-Forschungs- und Beratungsunternehmen Crisp Research AG im Auftrag von Dimension Data Germany durchgeführt hat.

Demzufolge haben 58 Prozent der befragten Unternehmensentscheider bislang keine funktionierende Strategie zur Bewältigung des digitalen Transformationsprozesses implementiert. Pläne existieren bei ihnen allenfalls auf dem Papier. Was allerdings Hoffnung macht: Der Großteil der Befragten sieht die IT-Abteilung immer mehr in der Rolle des Ideengeber und Strategen (55 Prozent) und nicht länger in der des reinen Umsetzers (35 Prozent). Denn der digitale Wandel hat für 73 Prozent der Befragten entscheidenden Einfluss auf die Unternehmensstrategie. IT-Expertise wird für CEOs zur unerlässlichen Qualifikation.

"Zukünftig werden keine Entscheidungen auf Executive Ebene mehr getroffen, die nicht auch Einfluss auf die IT-Strategie hätten - und umgekehrt. Die IT wird noch stärker als bisher zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor. Immer mehr Unternehmen investieren deshalb in den Um- und Ausbau der bestehenden Strukturen und machen sich die Vorteile der Next Generation IT zu Nutze", kommentiert Sven Heinsen, CEO der Dimension Data in Deutschland, die Ergebnisse. Laut der Studie wünschen sich vier von fünf IT-Verantwortlichen (82 Prozent) deutlich höhere Budgets von mindestens 10 Prozent und zwei von fünf (40 Prozent) benötigen sogar mindestens 20 Prozent mehr Mittel, um Innovationen in der IT vorantreiben und Next-Generation-IT-Architekturen aufbauen zu können.

Für die Studie "Digital Business Readiness" wurden 100 Entscheider deutscher Unternehmen - Geschäftsführer, CIOs und Rechenzentrumsleiter - mit mehr als 500 Mitarbeitern in quantitativen und qualitativen Interviews zum digitalen Wandel befragt. Im Fokus standen dabei die produzierende Industrie, professionelle Dienstleister, der Finanzsektor sowie der Groß- und Einzelhandel.

"Neben den finanziellen mangelt es vielen Unternehmen oft auch an den personellen Ressourcen, um den digitalen Wandel intern voranzutreiben. Deshalb greifen immer mehr von ihnen zusätzlich auf die Expertise externer Dienstleister zurück. Dies zeigt sich auch beim Thema Digitale Transformation, etwa wenn es darum geht, IT-Architekturen der nächsten Generation aufzubauen. Um deren Vorteile - Skalierbarkeit, höhere Flexibilität und On-Demand-Services - für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen, sollte das Management zügig handeln. Andernfalls besteht die Gefahr, bei der Digitalen Transformation ins Hintertreffen zu geraten", so Heinsen.

René Büst, Senior Analyst bei Crisp Research und Autor der Studie, glaubt, dass diese Erkenntnis langsam auch bei den Unternehmen ankommt: "Obwohl die Hälfte der Befragten meint, mit der bestehenden IT-Infrastruktur auszukommen, konnten wir feststellen, dass die Unternehmen dennoch die wachsende Bedeutung neuer Technologien erkennen. Statt wie bisher 80 Prozent des IT-Budgets auf den Erhalt bestehender Strukturen zu verwenden, gaben die Befragten in unserer Studie an, dass mittlerweile fast 30 Prozent ihrer Gelder in die IT der nächsten Generation fließen." Die Digitale Transformation beginnt in den meisten Fällen mit dem Umstieg auf As-a-Service-Modelle, der Nutzung von Lösungen in den Bereichen Business Analytics und Big Data sowie mit Ansätzen für ein optimiertes Mobile Business.

Die Firmen greifen dabei auch bisher schon auf externe Expertise zurück: 81 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits auf Service-Anbieter und professionelle Partner von außen. Bei deren Auswahl stehen für 94 Prozent Sicherheit und Ausfallsicherheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Flexibilität, Agilität und Reaktionsgeschwindigkeit sind für 90 Prozent wichtige Leistungen eines Service-Providers.

Im Zentrum der Überlegungen steht aber nach wie vor das Rechenzentrum. Für 68 Prozent spielt es bei der Umsetzung der Digitalen Transformation eine Hauptrolle oder sogar die des Regisseurs. "Das Rechenzentrum wird künftig Dreh- und Angelpunkt einer dynamisierten IT-Infrastruktur sein", so Heinsen. "Es gilt, die gesamte IT-Architektur zu transformieren und die Migration der Next Generation IT erfolgreich zu gestalten. Der Erhalt des Status Quo ist für ein modernes Unternehmen definitiv keine Option."

Insgesamt haben die Unternehmen erkannt, dass von der Strategie und den Mitteln, mit denen sie der Digitalen Transformation begegnen, die Zukunft des Unternehmens abhängt. Nur mit der entsprechenden IT bleiben sie wettbewerbsfähig. Dabei zeigen die Ergebnisse der Studie eines sehr deutlich: Je größer ein Unternehmen ist, umso aktiver ist es bei der Gestaltung der Digitalen Transformation. "Wer die Digitale Transformation jetzt noch immer nicht ganz oben auf der Strategie- und der Investitionsagenda hat, der wird in Zukunft kaum eine Chance am Markt haben", so Heinsen.

Die gesamte "Digital Business Readiness" von Crisp Research im Auftrag der Dimension Data Germany ist zu finden unter: http://www.crisp-research.com/digital-business-readiness

Quelle: OTS


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