Donnerstag, 09 Jul 2020
Foto: Michael Gaida / pixabay (CC)
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Die sehr hohe Zahl eintreffender Flüchtlinge stellt Städte und Kommunen in ganz Deutschland derzeit vor erhebliche Probleme. Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) warnt davor, angesichts der akuten Knappheit provisorischer Notunterkünfte aus den Blick zu verlieren, dass auf mittlere und längere Sicht eine noch größere Herausforderung bevorsteht: Die Integration der dauerhaft im Land bleibenden Menschen in den hiesigen Wohnungsmarkt.

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Foto: tschoof / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Alarmruf für Berlin

Dafür braucht es in den kommenden Jahren Hunderttausende neue Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen. Zusätzliche Nettowohnfläche muss vor allem dort geschaffen werden, wo Zuzügler Arbeitsmöglichkeiten vorfinden, also in den wirtschaftlichen Zentren. Gerade dort generiert der freie Markt bislang zu wenig preiswerten Wohnraum. Der regulative, staatlich geförderte soziale Wohnungsbau wurde in der Vergangenheit ebenfalls stark reduziert.

Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit und sozialen Verwerfungen ist jetzt ein Umdenken notwendig. Die Politik muss der Wohnungsbauwirtschaft Anreize und Rahmenbedingungen für die schnelle Schaffung preiswerter Immobilien bieten. Dafür muss Bauen wieder billiger werden.

"In den vergangenen Jahren ging die Entwicklung immer nur in die entgegengesetzte Richtung", beklagt BVS-Vizepräsident Diplom-Ingenieur Helge-Lorenz Ubbelohde, öffentlich bestellter und vereidigter Bausachverständiger der IHK Berlin und Leiter des Bundesfachbereichs Bauwesen im BVS. "Die beispielsweise mehrmals, zuletzt 2014, verschärfte Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie ausufernde Schallschutznormen und die Einführung von Eurocodes haben das Bauen immer weiter verteuert. Wer preiswerten Wohnraum schaffen will, für den ist das alles nicht mehr bezahlbar und wirtschaftlich darstellbar."

"Wir müssen jetzt darüber nachdenken, Überregulierungen abzuschaffen und überzogene Standards auf ein bezahlbares Niveau wieder abzusenken. Normen sollen das Bauen nicht verkomplizieren, sondern vereinfachen und einen angemessenen Standard definieren", so Helge-Lorenz Ubbelohde.

Der Bundesfachbereich Bauwesen des BVS wird sich im Rahmen des Deutschen Sachverständigentages vom 12. bis zum 13. November in den Tagungsräumen des Westin Leipzig explizit mit der Frage beschäftigen, ob die Baukostensteigerungen durch die Anhebung des Anforderungsniveaus der EnEV effizientes Bauen überhaupt noch zulassen. Auch die Sinnhaftigkeit von Dämm-Maßnahmen als Mittel des Energiesparens kommt auf den Prüfstand. Die Ergebnisse der Fachdiskussionen zu diesen Themen werden in die Abschluss-Resolution des DST mit einfließen.



Quelle: ots / BVS


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