Dienstag, 11 Aug 2020
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Die deutsche Wirtschaft kann sich freuen: In Deutschland werden immer mehr ausländische Berufsabschlüsse anerkannt, 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr, meldet das Statistische Bundesamt. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das ist ein besonders wichtiges Signal.

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Foto: Studio Incendo / CC BY 2.0 (via Flickr)

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Seit sieben Jahren können sich Ausländer in Deutschland ihren Berufsabschluss anerkennen lassen. Das Interesse daran ist groß: Seit der Gesetzeseinführung registrieren Berufskammern und Landesprüfungsämter jedes Jahr mehr anerkannte Berufsabschlüsse. 2018 wurden 36.400 ausländische Abschlüsse vollständig oder teilweise anerkannt, ein neuer Höchstwert.

Fast zwei Drittel der Anerkennungen stammen aus dem Gesundheitsbereich, insbesondere den Krankenpflegern und Ärzten. Im Gesundheitswesen fehlen besonders viele Fachkräfte. Aber auch die Anerkennung von dualen Ausbildungsberufen wird aufgrund des Fachkräftemangels in Engpassberufen wie Mechatroniker, Kältetechniker oder Bauelektriker immer wichtiger, gut ein Fünftel der Verfahren entfallen hierauf.

Drittstaaten: Ohne Anerkennung und Job geht es nicht

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll die Zahl der ausländischen Fachkräfte – insbesondere aus Drittstaaten – noch weiter erhöhen. Während Elektroniker oder Kraftfahrzeugmechatroniker aus der EU auch ohne Anerkennung in Deutschland arbeiten können, müssen Fachkräfte aus Drittstaaten ein Arbeitsplatzangebot und eine Anerkennung vorweisen können.

Arbeitgeber können die Einwanderer ganz konkret dabei unterstützen, beispielsweise mit Praktika. Darüber hinaus ist auch die Politik gefordert, Strukturen und Serviceleistungen auf- und auszubauen. Beispielsweise sollten die Fachkräfte ihre Unterlagen aus dem Ausland digital einreichen können – das spart sowohl dem Antragssteller als auch den Behörden viel Zeit und Geld. Aktuell erfolgt dies oft per Post oder vor Ort. Ohnehin kann das neue Gesetz nur effizient sein, wenn sich alle Beteiligten schon jetzt auf die neuen Herausforderungen einstellen. Wie wichtig das ist, zeigen die aktuellen Zahlen: Rund 70 Prozent aller Anträge stammen von Menschen, die ihren Berufsabschluss in einem Drittstaat erworben haben, allen voran Syrien. Rund 20 Prozent aller Anträge werden direkt aus dem Ausland gestellt.

Übersichtliche Hilfe: BQ-Portal

Der Bedarf an Informationen zu ausländischen Abschlüssen wird in diesem Zusammenhang steigen. Hier unterstützt das BQ-Portal: Mit der Wissens- und Arbeitsplattform können Unternehmen und Kammern ausländische Berufsabschlüsse besser einschätzen und bewerten. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geschaffene und vom IW betriebene Informationsportal enthält mittlerweile über 3.450 ausländische Berufsprofile sowie 91 Beschreibungen zu Berufsbildungssystemen und wird laufend erweitert. Heute neu veröffentlicht: das Länderprofil Tschechien.



Quelle: IW Köln
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