#zeitfokus.

Photovoltaik-Anlagen sind bei Privathaushalten und Betrieben beliebt.
Photovoltaik-Anlagen sind bei Privathaushalten und Betrieben beliebt. Foto: Hans Braxmeier / CC0 via Pixabay
 1-2 Minuten Lesezeit  342 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Wer seinen Strom selbst erzeugt, für den entfallen eine Reihe von Abgaben auf den Strompreis. Das macht die Solaranlage auf dem eigenen Dach noch attraktiver. Die Agora Energiewende hat zur Entwicklung der sogenannten Eigenversorgung durch PV-Anlagen Schätzungen vorgelegt. Doch für politische Handlungsempfehlungen sind auch andere Bereiche, in denen Strom erzeugt wird, mit einzubeziehen – das war bisher hauptsächlich die Industrie.

Zugleich forderte die CSU-Politikerin mehr Tempo bei der App-Einführung und räumte Kommunikationsfehler der Regierung ein.
Foto: BMVI.de / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Digitalstaatsministerin weist Grünen-Forderung nach Datenschutzgesetz für Corona-App zurück

Strom erzeugen und so die Stromrechnung billiger machen – das klingt gut, birgt aber Probleme: Die Kosten für die Förderung von erneuerbaren Energien oder zum Ausbau der Netze zum Beispiel müssen von den restlichen Stromverbrauchern getragen werden. Auch für die Stromnetzbetreiber ist das Verhalten von Privatpersonen, die ihren Strom mal verbrauchen und mal ins öffentliche Netz einspeisen, schwierig.

Dennoch: Bis zu 24 Terawattstunden (TWh) könnten laut Agora bis 2035 mittels kleinerer PV-Anlagen von Privathaushalten und Betrieben selbst erzeugt werden und Strom aus dem öffentlichen Netz verdrängen. Im Vergleich zu den geschätzten 2 TWh heute wäre das immerhin mehr als eine Verzehnfachung.

Auch ein Kurzbericht des IW Köln zeigt: Durch den Anstieg von Abgaben und Umlagen treten vor allem neue Akteure in den Markt. Die Eigenversorgung insgesamt ist von 44,9 Terawattstunden im Jahr 2008 um über 50 Prozent auf fast 60,7 Terawattstunden 2014 gestiegen. Auch in kleineren Industriebetrieben hat sich die Eigenerzeugung beinahe verfünffacht. Den größten Teil der Eigenversorgung macht aber mit rund 40 TWh weiterhin die industrielle Stromerzeugung in größeren Kraftwerken aus – ein Segment, das schon vor 2008 bestand und sich auch seitdem mengenmäßig kaum verändert hat. Hier werden traditionell häufig Wärme und Strom gemeinsam erzeugt und Reststoffe energetisch verwertet – das ergibt auch ökologisch Sinn.

Daher ist ein Politikwechsel, der Eigenversorgung vollumfänglich belastet, nicht möglich. Ein erheblicher Teil der Industrie ist auf Eigenversorgungsmodelle angewiesen und zwar schon lange vor dem massiven Anstieg der zu vermeidenden Umlagen. Hier müssen Ersatzinvestitionen möglich sein, ohne damit den bereits vorhandenen Nachteil der hiesigen Stromkosten zu verschärfen. Dass das Eigenerzeugungsprivileg aber an anderen Stellen zunehmend Investitionsverzerrungen und Verteilungsprobleme verschärft, macht einmal mehr deutlich: Die EEG-Umlage darf nicht über Strompreis finanziert werden.



Quelle: IW Köln


#mehrNachrichten
Es gibt am Aktienmarkt auch etliche Unternehmen, die von Corona profitieren.
Foto: 272447 / CC0 (via Pixabay)

Wer von Corona profitiert

Warren Buffett hat jüngst die Reißleine gezogen und sich bei seinem Investmentvehikel Berkshire Hathaway von den Anteilen an allen vier großen US-Airlines getrennt. Das Engagement sei ein "Fehler"...
Jens Spahn
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Spahns "Salamitaktik" bei Corona-App

Der Digitalverein "Deutschland sicher im Netz" (DsiN) hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Streit über die Corona-App eine "Salamitaktik" vorgeworfen und sich gegen ein Aus für die zentrale...
Hamsterkäufe wurden in der Vergangenheit je nach Naturell belächelt oder verurteilt.
Foto: Erik Mclean

Toilettenpapier 2.0

Ein L, U, V oder W? Dieser Buchstabensalat veranschaulicht die Billion-Dollar-Frage für Kapitalmarktinvestoren und Unternehmen. Denn ob sich die Konjunktur in Europa und Amerika nach der...
Der US-Präsident ist Ausdruck einer extrem gespaltenen Gesellschaft.
Foto: The White House / Public Domain (via Flickr)

USA befinden sich im "Kalten Bürgerkrieg"

Der Kieler Politikwissenschaftler Prof. Dr. Torben Lütjen bezweifelt, dass die Corona-Krise US-Präsident Trump zwangsläufig schadet. "Im Grunde hantiert er mit den gleichen Zutaten wie immer:...
Markus Söder
Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de

Söder und Laschet Symbolfiguren einer wachsenden gesellschaftlichen Spaltung

Der Psychologe Stephan Grünewald, Mitglied im Corona-Expertenrat der NRW-Landesregierung, warnt im Krisenverlauf vor einer Entgleisung der Debatten. Eine wachsende Polarisierung drohe derzeit in...
Deshalb sollten die Investoren hellhörig werden, wenn die Deutsche Bank ankündigt, ihre Kapitalplanung zumindest temporär außer Acht zu lassen.
Foto: Jasmin Sessler

In die Vollen

Just in dem Moment, in dem sich auch der letzte Beobachter darauf eingestimmt hatte, dass die Deutsche Bank ihre Verlustserie fortsetzen würde, fährt das Institut wieder einen Gewinn ein - mitten im...
Was hängen bleibt: Egoismus und brutaler Umgang in der SPD.
Foto: SSGT Cherie A. Thurlby, USAF - Still Image: 011016-F-7203T-002 / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)

Brutale Sozialdemokraten

Man muss nicht gedient haben, um Wehrbeauftragter des Bundestags zu werden. Es geht nicht um den eigenen Dienst an der Waffe, sondern um die parlamentarische Kontrolle, wie es den Soldatinnen und...
Back To Top