#zeitfokus.

Sonntag, 05 Apr 2020
Foto: Julie Davis / pixabay (CC)
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Einzelhandel: Mehr Verkaufsfläche, längere Öffnungszeiten, weniger Personal. Der Einzelhandel in Deutschland stellt an seine Beschäftigten immer höhere Anforderungen. Zwischen 1994 und 2014 sind die Verkaufsflächen größer, die Öffnungszeiten länger und die Umsätze höher geworden - die Stundenzahl des Personals aber ist im gleichen Zeitraum gesunken, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagausgabe) vorliegt. Das Arbeitsvolumen der Angestellten im Einzelhandel ist von 4,6 Milliarden Stunden im Jahr 1994 auf 4,1 Milliarden Stunden 2014 gesunken. Der Trend geht zu immer mehr Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung. So ist auch die Wochenarbeitszeit von früher im Durchschnitt 33 Stunden auf heute 26,5 Stunden gesunken. Die Löhne im Einzelhandel sind niedrig, wie auch aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht. So lag der Brutto-Stundenlohn 2014 im Einzelhandel bei 15,70 Euro, während er im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich bei 20,71 Euro lag. Der Anteil der Beschäftigten mit Tarifvertrag ist den Angaben der Bundesregierung zufolge seit der Jahrtausendwende kontinuierlich gesunken. 1999 verfügten im Westen noch 83 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel über einen tariflich gebundenen Arbeitsvertrag. Im Osten waren es 38 Prozent. Im Jahr 2014 arbeiteten nur noch38 Prozent der Beschäftigten im Westen und 19 Prozent im Osten mit einem Branchentarifvertrag. Die Linken kritisieren die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel scharf: "Wachstum im Einzelhandel geschieht auf dem Rücken der Belegschaften", sagte Jutta Krellmann, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion der Redaktion. "Steigende Umsätze, mehr Verkaufsflächen und verlängerte Öffnungszeiten bei gleichzeitig kontinuierlich sinkendem Arbeitsvolumen sind ein deutliches Zeichen für permanente Unterbesetzung und Dauerstress der Beschäftigten im Handel." Krellmann sprach von einer "Abart der Deregulierung", die dazu führe, dass "sich unter den reichsten Deutschen seit Jahren mehrere Einzelhändler befinden". Quelle: Rheinische Post

Der Einzelhandel in Deutschland stellt an seine Beschäftigten immer höhere Anforderungen. Zwischen 1994 und 2014 sind die Verkaufsflächen größer, die Öffnungszeiten länger und die Umsätze höher geworden - die Stundenzahl des Personals aber ist im gleichen Zeitraum gesunken, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagausgabe) vorliegt.

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Foto: The White House / Public Domain (via Flickr)

Trump steht nicht über dem Gesetz

Das Arbeitsvolumen der Angestellten im Einzelhandel ist von 4,6 Milliarden Stunden im Jahr 1994 auf 4,1 Milliarden Stunden 2014 gesunken. Der Trend geht zu immer mehr Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung. So ist auch die Wochenarbeitszeit von früher im Durchschnitt 33 Stunden auf heute 26,5 Stunden gesunken. Die Löhne im Einzelhandel sind niedrig, wie auch aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht. So lag der Brutto-Stundenlohn 2014 im Einzelhandel bei 15,70 Euro, während er im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich bei 20,71 Euro lag. Der Anteil der Beschäftigten mit Tarifvertrag ist den Angaben der Bundesregierung zufolge seit der Jahrtausendwende kontinuierlich gesunken. 1999 verfügten im Westen noch 83 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel über einen tariflich gebundenen Arbeitsvertrag. Im Osten waren es 38 Prozent. Im Jahr 2014 arbeiteten nur noch38 Prozent der Beschäftigten im Westen und 19 Prozent im Osten mit einem Branchentarifvertrag.

Die Linken kritisieren die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel scharf: "Wachstum im Einzelhandel geschieht auf dem Rücken der Belegschaften", sagte Jutta Krellmann, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion der Redaktion. "Steigende Umsätze, mehr Verkaufsflächen und verlängerte Öffnungszeiten bei gleichzeitig kontinuierlich sinkendem Arbeitsvolumen sind ein deutliches Zeichen für permanente Unterbesetzung und Dauerstress der Beschäftigten im Handel." Krellmann sprach von einer "Abart der Deregulierung", die dazu führe, dass "sich unter den reichsten Deutschen seit Jahren mehrere Einzelhändler befinden".



Quelle: Rheinische Post


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