Foto: Greg Montani / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  270 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Nicht dass die Idee, man möge die kleinen Münzen in Europa abschaffen, neu wäre. Etliche Politiker-Generationen haben sich schon an ihr abgearbeitet. Jetzt will Ursula von der Leyen mit der EU-Kommission offenbar einen neuen Anlauf nehmen. Die Befürworter haben ökonomisch gute Argumente auf ihrer Seite. Viele Menschen zahlen lieber mit Karte, per Paypal oder Apple Pay als mit dem guten alten Bargeld. Die Prägung der Münzen verschlingt mehr Geld, als die Münzen nachher wert sind. Und es gibt in Europa schon mehrere Staaten, die das Kleinste vom Kleingeld abgeschafft haben. Worauf warten wir dann eigentlich noch?

Zeugnisheft der Kurzschuljahre 1966/67 aus Schleswig-Holstein
Foto: Nightflyer / PD-Schöpfungshöhe (via Wikimedia Commons)

Corona-Krise führt nicht in Bildungskatastrophe

Antwort: Darauf, dass die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone es endlich hinbekommen, eine europaweite Lösung zu präsentieren. Das haben sie bislang noch nie auf die Reihe bekommen. Wer die Münzen nicht mehr will, muss dem Verbraucher auch klar sagen, dass dann Preise auf- und abgerundet werden, und das geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Andernfalls fühlt sich der Verbraucher leicht über den Tisch gezogen.

So viel Einheit ist dem Kontinent bisher fremd geblieben. Und es fällt schwer, an den europaweiten Anfang vom Ende des Baren zu glauben, solange fünf von acht Deutschen immer noch lieber mit Scheinen und Münzen zahlen als mit Plastik. Jedenfalls, wenn es um Kleinbeträge geht. Und da wissen sie womöglich so manchen Händler hinter sich. Für den Bäcker um die Ecke zum Beispiel kann der kleine Preisunterschied beim Brötchen nämlich ein Wettbewerbsargument sein. Insofern ist jede Münze, die Europas Parlamentarier irgendwann aus dem Verkehr ziehen, auch der Entzug eines kleinen Stückchens Freiheit. So wenig das die Karten-Fetischisten dieser Welt auch verstehen mögen.



Quelle: ots/Rheinische Post
#mehrNachrichten
Back To Top