#zeitfokus.

Foto: Thomas Mühl / CC0 (via Pixabay)
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Endspurt beim Ölpreis. Der Ölpreis zeigt zum Jahresende hin eine bemerkenswerte Entwicklung. Die wichtigste Nordseesorte Brent Crude ist inzwischen über die Marke von 68 Dollar je Barrel geklettert. Dies ist der höchste Stand seit drei Monaten. Die Notierung nimmt Kurs auf 70 Dollar. Sie würde damit das Zwischenhoch von Mitte September von rund 69 Dollar hinter sich lassen und sich den Niveaus von April und Mai von bis zu 75 Dollar annähern, die damals in Zusammenhang standen mit extrem hohen politischen Spannungen am Persischen Golf. Im Gegensatz zu damals sind es aktuell aber mehrere Faktoren, die den Ölpreis antreiben. An erster Stelle zu nennen sind überraschend positiv ausgefallene Konjunkturdaten. So sind in China die Gewinne in der verarbeitenden Industrie im November um 5,4% gestiegen. Dies ist das stärkste Ergebniswachstum seit acht Monaten. Dies wird als ein positives Zeichen gewertet, auch wenn längst noch nicht klar ist, ob man bereits von einer konjunkturellen Wende zum Besseren im Reich der Mitte sprechen kann. Zudem deutet ein Rückgang der amerikanischen Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Energieträger einigermaßen robust ist. Für die USA gibt es auch noch andere Hinweise auf eine konjunkturelle Lage, die besser sein könnte als gedacht: So zeigen erste Umfragen, dass die Weihnachtseinkäufe wohl Rekordniveau erreicht haben könnten. Außerdem ist die gegenwärtige deutliche Entspannung im amerikanisch-chinesischer Handelsstreit ein wesentlicher Faktor, der die Rohstoffpreise, aber auch die Aktienkurse antreibt. Nach 17 Monaten der Unsicherheit und der Konfrontation soll nun bald die "Phase 1" einer Übereinkunft unterzeichnet werden. Allerdings sollte nicht übersehen werden, dass es damit noch lange nicht eine endgültige Beilegung des von der Trump-Administration vom Zaun gebrochenen Handelsstreits gibt. Wahrscheinlich ist, dass die Entspannung nur bis nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen anhalten wird. Dann könnte es eine neue Verschärfung der Konfrontation geben, da die USA letztlich darauf angewiesen sind, zur Verteidigung ihrer weltweit vorherrschenden Position China von ihren Einflussgebieten abzukoppeln. Eine endgültige Einigung, die China Raum lässt für den weiteren Aufstieg, liegt nicht im Interesse der USA, so dass die US-Regierung wieder dazu übergehen könnte, China nach allen Kräften zu bekämpfen. Genauso ist es auch keineswegs sicher, dass die zuletzt wieder etwas freundlicheren Konjunkturdaten aus vielen Regionen der Welt wirklich eine nachhaltige Verbesserung darstellen und nicht nur eine kurzzeitige Erholung. Die Gefahr einer weltweiten Rezession ist also noch keineswegs gebannt, zumal die verarbeitende Industrie nach wie vor Schwäche zeigt. Dies alles könnte, so glauben Analysten, den Ölpreis mittelfristig deckeln. Hinzu kommt, dass viele Analysten davon überzeugt sind, dass auf dem globalen Ölmarkt das Angebot die Nachfrage im ersten Halbjahr 2020 deutlich übersteigen könnte. Dabei ist die Bereitschaft der meisten Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihrer Verbündeten wie Russland zu weiteren Kürzungen oder auch nur der Verlängerung der bestehenden Quoten nicht besonders hoch ausgeprägt. So hat der russische Energieminister Alexander Nowak jetzt wieder angemerkt, dass die gegenwärtigen Kürzungen der erweiterten "Opec plus" nicht endlos weitergehen könnten. Es sei erforderlich, eine Entscheidung über den graduellen Ausstieg aus den Kürzungen zu treffen, forderte er. Somit sieht es trotz des jüngsten Preisanstiegs eher nach einer Seitwärtsbewegung des Ölpreises aus. Es gibt einen Faktor, der für einen sprunghaften Anstieg des Ölpreises sorgen könnte. So ist es keineswegs ausgeschlossen, dass die geopolitischen Spannungen in der Region rund um den Persischen Golf wieder stark zunehmen. Dafür gibt es auch bereits wieder erste Anzeichen. So hat es der für den Nahen Osten zuständige stellvertretende US-Außenminister David Schenker als Ziel der Trump-Administration für 2020 postuliert, den Einfluss Russlands und Chinas in der Region zurückzudrängen. Gleichzeitig vertiefen die beiden genannten Mächte ihre Kooperation mit dem Iran als dem Hauptgegner der USA im Nahen Osten. Auch in dieser Hinsicht dürften die Gefahr einer Verschärfung der Lage und die Aussicht auf einen steigenden Ölpreis nach den Präsidentschaftswahlen wieder zunehmen. Quelle: ots/Börsen-Zeitung

Der Ölpreis zeigt zum Jahresende hin eine bemerkenswerte Entwicklung. Die wichtigste Nordseesorte Brent Crude ist inzwischen über die Marke von 68 Dollar je Barrel geklettert. Dies ist der höchste Stand seit drei Monaten. Die Notierung nimmt Kurs auf 70 Dollar. Sie würde damit das Zwischenhoch von Mitte September von rund 69 Dollar hinter sich lassen und sich den Niveaus von April und Mai von bis zu 75 Dollar annähern, die damals in Zusammenhang standen mit extrem hohen politischen Spannungen am Persischen Golf.

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Foto: Michael Bruns / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Erhebung deckt Schwachstellen der Leiharbeit auf

Im Gegensatz zu damals sind es aktuell aber mehrere Faktoren, die den Ölpreis antreiben. An erster Stelle zu nennen sind überraschend positiv ausgefallene Konjunkturdaten. So sind in China die Gewinne in der verarbeitenden Industrie im November um 5,4% gestiegen. Dies ist das stärkste Ergebniswachstum seit acht Monaten. Dies wird als ein positives Zeichen gewertet, auch wenn längst noch nicht klar ist, ob man bereits von einer konjunkturellen Wende zum Besseren im Reich der Mitte sprechen kann.

Zudem deutet ein Rückgang der amerikanischen Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Energieträger einigermaßen robust ist. Für die USA gibt es auch noch andere Hinweise auf eine konjunkturelle Lage, die besser sein könnte als gedacht: So zeigen erste Umfragen, dass die Weihnachtseinkäufe wohl Rekordniveau erreicht haben könnten.

Außerdem ist die gegenwärtige deutliche Entspannung im amerikanisch-chinesischer Handelsstreit ein wesentlicher Faktor, der die Rohstoffpreise, aber auch die Aktienkurse antreibt. Nach 17 Monaten der Unsicherheit und der Konfrontation soll nun bald die "Phase 1" einer Übereinkunft unterzeichnet werden.

Allerdings sollte nicht übersehen werden, dass es damit noch lange nicht eine endgültige Beilegung des von der Trump-Administration vom Zaun gebrochenen Handelsstreits gibt. Wahrscheinlich ist, dass die Entspannung nur bis nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen anhalten wird. Dann könnte es eine neue Verschärfung der Konfrontation geben, da die USA letztlich darauf angewiesen sind, zur Verteidigung ihrer weltweit vorherrschenden Position China von ihren Einflussgebieten abzukoppeln. Eine endgültige Einigung, die China Raum lässt für den weiteren Aufstieg, liegt nicht im Interesse der USA, so dass die US-Regierung wieder dazu übergehen könnte, China nach allen Kräften zu bekämpfen.

Genauso ist es auch keineswegs sicher, dass die zuletzt wieder etwas freundlicheren Konjunkturdaten aus vielen Regionen der Welt wirklich eine nachhaltige Verbesserung darstellen und nicht nur eine kurzzeitige Erholung. Die Gefahr einer weltweiten Rezession ist also noch keineswegs gebannt, zumal die verarbeitende Industrie nach wie vor Schwäche zeigt. Dies alles könnte, so glauben Analysten, den Ölpreis mittelfristig deckeln.

Hinzu kommt, dass viele Analysten davon überzeugt sind, dass auf dem globalen Ölmarkt das Angebot die Nachfrage im ersten Halbjahr 2020 deutlich übersteigen könnte. Dabei ist die Bereitschaft der meisten Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihrer Verbündeten wie Russland zu weiteren Kürzungen oder auch nur der Verlängerung der bestehenden Quoten nicht besonders hoch ausgeprägt. So hat der russische Energieminister Alexander Nowak jetzt wieder angemerkt, dass die gegenwärtigen Kürzungen der erweiterten "Opec plus" nicht endlos weitergehen könnten. Es sei erforderlich, eine Entscheidung über den graduellen Ausstieg aus den Kürzungen zu treffen, forderte er. Somit sieht es trotz des jüngsten Preisanstiegs eher nach einer Seitwärtsbewegung des Ölpreises aus.

Es gibt einen Faktor, der für einen sprunghaften Anstieg des Ölpreises sorgen könnte. So ist es keineswegs ausgeschlossen, dass die geopolitischen Spannungen in der Region rund um den Persischen Golf wieder stark zunehmen. Dafür gibt es auch bereits wieder erste Anzeichen. So hat es der für den Nahen Osten zuständige stellvertretende US-Außenminister David Schenker als Ziel der Trump-Administration für 2020 postuliert, den Einfluss Russlands und Chinas in der Region zurückzudrängen. Gleichzeitig vertiefen die beiden genannten Mächte ihre Kooperation mit dem Iran als dem Hauptgegner der USA im Nahen Osten. Auch in dieser Hinsicht dürften die Gefahr einer Verschärfung der Lage und die Aussicht auf einen steigenden Ölpreis nach den Präsidentschaftswahlen wieder zunehmen.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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