Lesezeit: 2 Min

Falsche Angaben bei Vapiano und Gosch: einfache Garnelen statt edle Scampi aufgetischt

Foto: StellarMarketingpro / pixabay (CC)

Wirtschaft
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Falsche Angaben bei Vapiano und Gosch: einfache Garnelen statt edle Scampi aufgetischt

.

Restaurants täuschen ihre Gäste, indem sie statt der auf der Speisekarte angegebenen edlen Scampi die in der Regel wesentlich günstigeren Garnelen für Gerichte verwenden. Dies haben Recherchen des NDR Wirtschafts- und Verbrauchermagazins "Markt" ergeben.

Bei einer Stichprobe in fünf Lokalen in Hamburg bekamen die Testesser der Redaktion in allen Fällen statt der auf der Speisekarte angebotenen und ausdrücklich bestellten Scampi lediglich Garnelen serviert. Unter den getesteten Betrieben befanden sich auch Filialen von Vapiano und Gosch. Die Hamburger Wettbewerbszentrale kündigte an, aufgrund der "Markt"-Recherchen nun wettbewerbsrechtlich gegen diese Praxis vorgehen zu wollen.

Eine DNA-Analyse der in den fünf Lokalen genommenen Proben durch ein akkreditiertes Labor bestätigte: Dreimal landeten Garnelen der Gattung Penaeus monodon auf dem Teller, auch bekannt als Riesengarnelen. Zweimal war es die Gattung Litopenaeus vannamei, die unter anderem als White Shrimp angeboten wird. Auf der Speisekarte ausgewiesen waren jedoch immer Scampi - eine völlig andere Tierart. Scampi gehören zur Familie der Hummer, haben im Gegensatz zu Garnelen Scheren und unterscheiden sich von diesen auch deutlich im Geschmack. Laut dem verbindlichen Verzeichnis der Handelsbezeichnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung dürfen als Scampi nur Tiere der Gattungen mit dem wissenschaftlichen Namen Metanephrops spp. und Nephrops norvegicus in Verkehr gebracht werden - bei beidem handelt es sich um den so genannten Kaisergranat.

Mit dem Ergebnis der Labor-Analyse konfrontiert, räumte Vapiano gegenüber dem NDR einen "Fehler" ein; das Unternehmen teilte mit, nun auf der Speisekarte "Gamberetti" statt "Scampi" ausweisen zu wollen. Auch Gosch wurde um Stellungnahme zu der "Markt"-Recherche gebeten, antwortete aber lediglich: "Wir teilen Ihnen hiermit mit, dass wir keine Stellungnahme abgeben möchten."

"Wenn Scampi versprochen werden, müssen auch Scampi auf dem Teller sein", so Peter Brammen von der Hamburger Wettbewerbszentrale. Da stattdessen Garnelen serviert wurden, sieht Brammen eine unlautere Geschäftshandlung als gegeben. Im Interview mit der Redaktion "Markt" kündigte er an, Gosch aus diesem Grund abmahnen zu wollen.

Mehr dazu am Montag, 28. September, um 20.15 Uhr in der Sendung "Markt" im NDR Fernsehen. Im Internet: www.NDR.de/markt



Quelle: NDR


335 Wörter im Bericht.

Wirtschaft (Top 10/365)

  • Automobilindustrie: Innovativ und zukunftssicher?
    Freitag, 11. Januar 2019

    Wirtschaftsminister Altmaier beklagt schwere Versäumnisse der deutschen Automobilindustrie: Die Branche sei bei Zukunftsthemen wie dem autonomen Fahren und Elektroautos nicht optimal aufgestellt,...

  • Handelsabkommen: Der freie Handel lebt
    Freitag, 01. Februar 2019

    Heute ist ein großer Tag für den freien Handel. Ab heute gilt das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan, zudem halten China und USA eine Einigung in ihrem Handelsstreit endlich für möglich....

  • Deutsche Wirtschaft lehnt Altmaiers Industriestrategie ab
    Samstag, 23. Februar 2019

    Deutschlands Industrie lehnt Pläne von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) klar ab, mit staatlicher Beteiligung "nationale Champions" zu schaffen. "Politische Eingriffe mit dem Ziel, bestimmte...

  • BASF: Gründlich verschätzt
    Dienstag, 09. Juli 2019

    In den vergangenen Tagen war im Markt geradezu stündlich mit einer Gewinnwarnung der BASF gerechnet worden. Die Investoren waren auf schlechte Nachrichten aus dem weltgrößten Chemiekonzern...

  • Handelsstreit: Zwei Milliarden Euro Verlust
    Montag, 13. Mai 2019

    Der US-China Handelskonflikt belastet die deutsche Exportwirtschaft. Bleiben die neuen US-Zölle bestehen, wird China reagieren – das kostet die deutschen Exporte im kommenden Jahr zwei Milliarden...

  • Nationale Industriestrategie 2030: Im Ansatz richtig
    Dienstag, 05. Februar 2019

    Die Industrie ist ein Zugpferd der deutschen Wirtschaft. Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat deshalb eine neue Strategie vorgelegt, mit der er die politischen Rahmenbedingungen für die nächsten...

  • Autozölle: Gefahr für das deutsche Geschäftsmodell
    Montag, 18. Februar 2019

    Auch 2018 exportierte Deutschland in kein anderes Land so viel wie in die USA. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn Trump tatsächlich hohe Strafzölle auf Autos einführt. Sollte der US-Präsident Autoimporte...

  • Reform der Grundsteuer muss endlich umgesetzt werden
    Mittwoch, 05. Juni 2019

    Vor dem Hintergrund anhaltender Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition drängen die Gewerkschaften auf eine schnelle Grundsteuerreform. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell...

  • Handelsstreit: Dicke Luft
    Dienstag, 08. Januar 2019

    Beim Treffen in Beijing wollen die USA und China endlich den Handelsstreit beilegen. Allerdings ist eine Einigung kaum zu erwarten, denn das US-Handelsbilanzdefizit ist weiter gestiegen und die...

  • Fusionspläne Deutscher Bank und Commerzbank: Mehr als 20.000 Arbeitsplätze im Feuer
    Montag, 18. März 2019

    Der Deutschen Bank und der Commerzbank stehen angesichts der Fusionspläne massive Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft bevor. Verdi-Chef Frank Bsirske erwartet eine "intensive und...