ThyssenKrupp Quartier in Essen
ThyssenKrupp Quartier in Essen Foto: Armin von Preetzmann / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)
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Verkehrte Welt: Thyssenkrupp hat mit Rückenwind von der Konjunktur das zweite Quartal mit einem stolzen operativen Gewinn abgeschlossen und vor diesem Hintergrund die Prognose zum zweiten Mal in Folge angehoben. Auch im Gesamtjahr winken nun schwarze Zahlen, wenn auch nur auf operativer Ebene und vor Restrukturierungsaufwendungen. Und was machen die Investoren? Sie nehmen Reißaus. Der Kurs des MDax-Werts brach nach Veröffentlichung des Halbjahresberichts um mehr als 10 Prozent ein. Die Aktie, die zuletzt von steigenden Stahlpreisen getrieben wurde, ist damit auf das Niveau von Anfang Februar zurückgeworfen.

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Foto: Ahmad Ardity

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Natürlich gibt es verschiedene Gründe, mit denen sich die Kursreaktion erklären ließe. Da ist zum einen der Ausblick auf das zweite Geschäftshalbjahr, in dem der Vorstand von einer nachlassenden Geschäftsdynamik ausgeht. Diese hängt allerdings weniger mit einer konjunkturellen Abkühlung zusammen, sondern vielmehr mit Knappheitssignalen aus wichtigen Abnehmerbranchen, allen voran der Automobilindustrie - Stichwort: Halbleiter.

Zum anderen hat Thyssenkrupp zwar die Prognose erhöht. Das wird sich jedoch nicht auf den Cash-flow auswirken. Hier wird im Gesamtjahr weiterhin mit einem Mittelabfluss von etwa 1 Mrd. Euro kalkuliert, obwohl das operative Ergebnis nun um 300 bis 500 Mill. Euro höher veranschlagt wird. Das lässt sich zwar unter anderem mit dem nachfragebedingten Aufbau des Nettoumlaufvermögens (noch dazu bei rasant steigenden Rohstoffpreisen) erklären, muss Investoren allerdings nachdenklich stimmen. Denn die Rückkehr zur Dividendenfähigkeit hängt maßgeblich davon ab, wann das große Geldverbrennen bei Thyssenkrupp ein Ende findet. "So schnell wie möglich", ist dabei eine wenig zielführende Aussage.

Last but not least könnte die Kursreaktion aber auch Ergebnis der Unkalkulierbarkeit im Um­gang mit der Stahlsparte sein. Nach der Entscheidung im März, am Stahlgeschäft festzuhalten und nach Möglichkeit zu verselbständigen, werden nun hinter den Kulissen Optionen durchgespielt. Mit einem schnellen Ergebnis ist dabei allerdings nicht zu rechnen.

Ohne Lösung für das Stahlgeschäft schwindet jedoch die Hoffnung auf eine nachhaltige Gesundung des Konzerns. Vorstandschefin Martina Merz wirbt für den Weg der vielen kleinen Schritte, die im Zuge der Neuausrichtung zu gehen sind. Nicht alle Aktionäre sind zu dieser Geduldsprobe bereit.

Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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