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Heute ist ein großer Tag für den freien Handel. Ab heute gilt das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan, zudem halten China und USA eine Einigung in ihrem Handelsstreit endlich für möglich. Ausgerechnet Trumps protektionistische Handelspolitik bringt die Weltwirtschaft voran.

Andreas Scheuer
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Maut-Debakel mit teurem Nachspiel

Dank US-Präsident Donald Trump ist die Welt ein bisschen näher zusammengerückt. Der US-Protektionismus hat dazu geführt, dass die restlichen Industrieländer ihre Handelspolitik vorantreiben wollen. Der rasche Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen Japan und der EU, das heute in Kraft tritt, wäre ohne die Trump’sche Handelspolitik kaum denkbar.

Mehr als sechs Jahre lang verhandelten die EU und Japan, lange war keine Einigung in Sicht. Erst die neue US-Handelspolitik brachte den Knoten zum Platzen. 90 Prozent der Zölle auf EU-Exporte fallen nun weg, zudem sind japanische Standards im Automobilbereich an die EU-Standards angepasst – ein großer Erfolg. Japan und die EU erbringen zusammen fast ein Drittel der Weltwirtschaftsleistung. Im vergangenen Jahr begann die EU zudem Verhandlungen für weitere Freihandelsabkommen mit Australien und Neuseeland. Mit Mexiko wird es eine Neuauflage des gemeinsamen Abkommens geben, und auch mit Mercosur hat die EU ihre Verhandlungen wiederbelebt.

Ohne Trump wäre wohl auch die Kritik an der Welthandelsorganisation WTO in den vergangenen Jahren nicht so laut gewesen. Viele Staaten fordern eine Reform, um die Organisation flexibler und moderner werden zu lassen. Mit den globalen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte hat die WTO nicht Schritt halten können. Der Aufstieg Chinas zu einer der größten Wirtschaftsmächte und seine staatlich gelenkten Wirtschaftsstrukturen haben dazu geführt, dass die globale Welthandelsordnung neue und angepasste Regeln braucht. Die WTO muss beispielsweise den Handel subventionierter Produkte neu regeln, außerdem muss sie die Vorteile, die sie für Entwicklungsländer vorsieht, an objektive Regeln binden. Eine Erneuerung der Organisation würde nicht nur den USA zugutekommen.

Immerhin scheint nach Monaten der gegenseitigen Drohungen jetzt eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China möglich – vorausgesetzt, die chinesische Seite sorgt für einen Ausgleich der US-chinesischen-Handelsbilanz und spielt beim Schutz geistigen Eigentums nach den Regeln. Das alles sind gute Nachrichten für den Welthandel, der nach einer dynamischen Entwicklung 2017 im vergangenen Jahr abgeflaut ist. „Unwissentlich stärkt Trump langfristig den freien Handel zwischen dem Rest der Welt“, sagt IW-Ökonomin Galina Kolev. „Davon profitieren auch deutsche Unternehmen.“



Quelle: IW Köln


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