Höhe und Kaufkraft der Rente regional sehr unterschiedlich

Foto: klimkin / pixabay (CC)

Wirtschaft
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Die Renten in Deutschland werden auch in den kommenden 25 Jahren real steigen. Sie können allerdings nicht mit der Lohnentwicklung schritthalten, so dass die Altersbezüge 2040 - gemessen an den vorherigen Einkommen - deutlich niedriger ausfallen als heute. Besonders hohe Renten werden vor allem in Süddeutschland gezahlt. Dagegen werden in den nächsten 25 Jahren die heute im Durchschnitt höheren Rentenansprüche in Ostdeutschland gegenüber den Rentenzahlbeträgen im Westen zurückfallen.

Entscheidend ist aber nicht nur die Höhe der Rente, sondern was man sich dafür tatsächlich leisten kann. Hier gibt es regional deutlich unterschiedliche Rentenhöhen, die zum Teil durch die Rentenkaufkraft ausgeglichen oder sogar überkompensiert werden.

Modell "Eckrentner" bildet Lebenswirklichkeit nicht ab

Das sind die wesentlichen Ergebnisse der Studie "Rentenperspektiven 2040 - Niveau und regionale Kaufkraft der gesetzlichen Rente für typisierte Berufe". Die Prognos AG hat die Untersuchung im Auftrag der Versicherungswirtschaft durchgeführt und am Donnerstag in Berlin vorgestellt. Berechnet wurde - aufgeschlüsselt nach bestimmten Berufsgruppen und allen 402 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten - die individuelle Versorgung im Alter aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Dieser umfassende Überblick über die Entwicklung der Renten in Deutschland von 2014 bis 2040 macht deutlich: Das Modell "Eckrentner" - 45 oder künftig 47 Jahre mit gleichbleibendem durchschnittlichen Einkommen - reicht nicht aus, um die Lebenswirklichkeit der Rentner heute und in 25 Jahren abzubilden. Weitere Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Erwerbstätigen- und Kaufkraftentwicklung sowie die Gewichtung nach Regionen und typischen Erwerbsbiografien sind nötig, um ein realistisches Bild zu zeichnen.

Ausgeprägtes Ost-West-Gefälle

Wie hoch die Rente tatsächlich ausfällt und wie viel sie wert ist, hängt maßgeblich vom Wohnsitz des Rentners ab. Derzeit liegen die "Rentnerparadiese" eher im Osten des Landes; dort ist die Rentenkaufkraft nicht nur höher, sondern auch gleichmäßiger verteilt. Das liegt vor allem auch daran, dass dort zu DDR-Zeiten mehr Frauen berufstätig waren. Für die Berechnung der Kaufkraft haben die Prognos-Experten einen für Rentner typischen Warenkorb zugrunde gelegt, mit höheren Ausgaben, etwa für Wohnen und Gesundheit.

Im Jahr 2040 können Rentner dagegen in Bayern nahe der tschechischen Grenze überdurchschnittlich gut leben, weil die Region wirtschaftlich wächst und gleichzeitig niedrige Lebenshaltungskosten bietet. Ein Installateur aus Hof hat dann eine um 50 Prozent höhere Rentenkaufkraft als sein Kollege aus München. Denn in der vergleichsweise teuren Landeshauptstadt ist der Renteneuro künftig knapp ein Viertel weniger wert als im Bundesdurchschnitt.

Berufswahl entscheidet über künftige Rentenhöhe

Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer konstatiert vor diesem Hintergrund: "Die Rentenperspektiven müssen individuell betrachtet werden." Der Eckrentner habe hier keine Aussagekraft, gerade mit Blick auf die großen regionalen Unterschiede. "Erst die Rentenkaufkraft gibt Aufschluss darüber, welchen Beitrag die gesetzliche Rente in 25 Jahren zur Alterssicherung für den einzelnen Rentner leistet", sagte Böhmer.

Eine weitere Erkenntnis der Studie lautet: Berufswahl und Einkommensperspektiven entscheiden über die künftige Höhe der Rente. Je länger gearbeitet und je mehr verdient wird, desto höher fällt die gesetzliche Rente aus. Gleichzeitig führen Erwerbsunterbrechungen, zum Beispiel für die Erziehung von Kindern, tendenziell zu niedrigeren Alterseinkommen.

"Durchgehende Erwerbsbiografien sind die beste Voraussetzung für ein gutes Vorsorge-Fundament durch die gesetzliche Rentenversicherung", sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland. "Aber die Politik sollte den Leuten reinen Wein einschenken, was sie aus dem staatlichen System erwarten können, und attraktive und verlässliche Rahmenbedingungen für die betriebliche und private Vorsorge schaffen."



Quelle: ots / GDV


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