#zeitfokus.

Samstag, 04 Apr 2020
Foto: Bernd Rehbein / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  340 Worte im Text  vor 65 Tagen
Im Griff des Virus. British Airways, Lufthansa und andere setzen ihre Flüge von und nach China aus, einige asiatische Fluglinien streichen die Versorgung an Bord zusammen, um Kontakte zwischen Crew und Passagieren zu reduzieren, und Lufthansa meldet einen ersten Verdachtsfall an Bord einer Maschine. Auch die Airlinebranche ist inzwischen fest in der Hand des Coronavirus und der alles beherrschenden Angst vor einer Ansteckung. Wenige Branchen sind externen Faktoren so stark ausgesetzt wie die Fluggesellschaften. Sie leiden unter kriegerischen Auseinandersetzungen, die beispielsweise einen hohen Ölpreis oder Luftraumsperrungen zur Folge haben können. Vor einigen Jahren kam der Flugverkehr in Europa nach einem Vulkanausbruch in Island zum Erliegen. Die Angst vor Terroranschlägen etwa in der Türkei hat Airlines schon manche Reisesaison verdorben. Und immer wieder dämpfen Krankheiten und die Angst vor ihrer Ausbreitung die Reiselust weltweit. Dieses Mal ist es das Coronavirus, davor waren es Schweinepest und Vogelgrippe. Anfang 2003 sorgte Sars, ebenfalls erstmals in Asien aufgetaucht, für eine schwächere Nachfrage nach Flugreisen, was zusammen mit konjunktureller Schwäche und den Spätfolgen der Terroranschläge vom September 2001 mancher Fluglinie rote Zahlen bescherte. Die konkreten Folgen des derzeit grassierenden Coronavirus für die Luftfahrtbranche lassen sich erst abschätzen, wenn mehr Klarheit über den wirtschaftlichen Schaden besteht, den der Erreger anrichtet. Als im Herbst 2002 Sars - "Severe Acute Respiratory Syndrome", schweres akutes Atemwegssyndrom - auftauchte, wurde der weltweite Reiseverkehr eingeschränkt, Geschäftsreisen kamen praktisch zum Erliegen, auch der Tourismus brach ein. Die Zahl der Flugpassagiere ging zurück, Reiseveranstalter und Hotels mussten empfindliche Einbußen hinnehmen. Das Sars-Virus verringerte damals das Wirtschaftswachstum Chinas um 1 Prozentpunkt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) taxierte den entstandenen Schaden auf insgesamt 30 Mrd. Dollar. Die globale Verbreitung, die lange Unsicherheit und Ängste vor einer Pandemie belasteten die Märkte damals monatelang und rissen einzelne Börsen in Asien zweistellig nach unten. Für die Airlines könnte die Seuche dieses Mal gravierendere Folgen haben als im Falle von Sars. Denn die Bedeutung Chinas für die globale Reiseindustrie hat deutlich zugenommen: Stand das Reich der Mitte 2002 noch für 5 Prozent des weltweiten Luftverkehrs, liegt der Anteil mittlerweile bei 14 Prozent. Quelle: ots/Börsen-Zeitung

British Airways, Lufthansa und andere setzen ihre Flüge von und nach China aus, einige asiatische Fluglinien streichen die Versorgung an Bord zusammen, um Kontakte zwischen Crew und Passagieren zu reduzieren, und Lufthansa meldet einen ersten Verdachtsfall an Bord einer Maschine. Auch die Airlinebranche ist inzwischen fest in der Hand des Coronavirus und der alles beherrschenden Angst vor einer Ansteckung.

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Foto: pixel2013 / CC0 (via Pixabay)

Aus die Maut

Wenige Branchen sind externen Faktoren so stark ausgesetzt wie die Fluggesellschaften. Sie leiden unter kriegerischen Auseinandersetzungen, die beispielsweise einen hohen Ölpreis oder Luftraumsperrungen zur Folge haben können. Vor einigen Jahren kam der Flugverkehr in Europa nach einem Vulkanausbruch in Island zum Erliegen. Die Angst vor Terroranschlägen etwa in der Türkei hat Airlines schon manche Reisesaison verdorben. Und immer wieder dämpfen Krankheiten und die Angst vor ihrer Ausbreitung die Reiselust weltweit. Dieses Mal ist es das Coronavirus, davor waren es Schweinepest und Vogelgrippe. Anfang 2003 sorgte Sars, ebenfalls erstmals in Asien aufgetaucht, für eine schwächere Nachfrage nach Flugreisen, was zusammen mit konjunktureller Schwäche und den Spätfolgen der Terroranschläge vom September 2001 mancher Fluglinie rote Zahlen bescherte.

Die konkreten Folgen des derzeit grassierenden Coronavirus für die Luftfahrtbranche lassen sich erst abschätzen, wenn mehr Klarheit über den wirtschaftlichen Schaden besteht, den der Erreger anrichtet. Als im Herbst 2002 Sars - "Severe Acute Respiratory Syndrome", schweres akutes Atemwegssyndrom - auftauchte, wurde der weltweite Reiseverkehr eingeschränkt, Geschäftsreisen kamen praktisch zum Erliegen, auch der Tourismus brach ein. Die Zahl der Flugpassagiere ging zurück, Reiseveranstalter und Hotels mussten empfindliche Einbußen hinnehmen. Das Sars-Virus verringerte damals das Wirtschaftswachstum Chinas um 1 Prozentpunkt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) taxierte den entstandenen Schaden auf insgesamt 30 Mrd. Dollar. Die globale Verbreitung, die lange Unsicherheit und Ängste vor einer Pandemie belasteten die Märkte damals monatelang und rissen einzelne Börsen in Asien zweistellig nach unten.

Für die Airlines könnte die Seuche dieses Mal gravierendere Folgen haben als im Falle von Sars. Denn die Bedeutung Chinas für die globale Reiseindustrie hat deutlich zugenommen: Stand das Reich der Mitte 2002 noch für 5 Prozent des weltweiten Luftverkehrs, liegt der Anteil mittlerweile bei 14 Prozent.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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