Samstag, 08 Aug 2020
Foto: Lou Asen / CC0 (via Pixabay)
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Es ist wieder August, und wieder gerät China in den Fokus der globalen Kapitalmärkte. Und wieder geschieht dies zu der Zeit im Jahresverlauf, wenn an den Handelsplätzen in Europa und Nordamerika ferienbedingt die Liquidität geringer als üblich ist. Doch eines ist diesmal anders: Während die August-Unruhen an den Finanzmärkten in den vergangenen Jahren innerchinesische Ursachen hatten - Kapitalflucht oder Platzen einer Blase am vollkommen überhitzten Aktienmarkt in Schanghai -, kommt der Auslöser diesmal von außerhalb. Es ist die neue Eskalationsstufe, die US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit der Volksrepublik gezündet hat mit der Ankündigung, quasi alle chinesischen Einfuhren in die Vereinigten Staaten mit höheren Zöllen zu belegen.

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Foto: Billy Cedeno / CC0 (via Pixabay)

Das Recht auf Überleben

Dies allein hätte schon genügt, die Investoren zum Wochenauftakt zu verunsichern. Doch nun kommt hinzu, dass China, um in der kriegerischen Marktrhetorik zu bleiben, zurückgeschossen hat. Die Antwort erfolgte am Währungsmarkt, wo die Volksrepublik aufgrund ihres Handelsbilanzüberschusses mit den USA deutlich effizienter ihre Muskeln spielen lassen kann, als wenn sie nur Gegenzölle erheben würde.

Die Kommunistische Partei, die wegen der Unruhen in Hongkong ohnehin angespannt sein dürfte, hat ein deutliches Zeichen der Stärke in Richtung der USA gesetzt. Sie ließ es zu, dass eine rote Linie nach elf Jahren wieder überschritten wurde: die Marke von 7 Yuan je Dollar. Peking signalisierte damit, dass es jenseits der Streitigkeiten um Handelsvolumina und Zölle handlungsfähig ist und die USA treffen kann. Denn die Abwertung des Yuan hebt die Wirkung der Zölle zum Teil wieder auf. Dabei ist es egal, ob die People's Bank of China zur Schwächung des Yuan intervenierte oder ob sie einfach den Markt laufen ließ und nicht nur am freieren Markt in Hongkong, sondern auch zu Hause in Schanghai sich der Yuan-Abwertung nicht entgegenstellte.

Das Resultat ist ein Zeichen der Stärke gegenüber Trump, der sich ohnehin latent lächerlich macht mit der Behauptung, "die Chinesen" würden die neuen Zölle zahlen müssen. Allerdings heißt das Muskelspiel auch, dass der Handelsstreit eine neue Stufe erreicht hat und sich vom Warenhandel auf den Währungsmarkt ausgeweitet hat. Willkommen im Währungskrieg.

Das chinesische Muskelspiel wird Trumps Druck auf die US-Notenbank zu weiteren Zinssenkungen erhöhen. Anleger sollten sich davon allerdings nicht zu viel erhoffen. Schon die Zinssenkung der Fed von vergangener Woche war schnell verpufft.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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