Russland-Sanktionen: Sorgen um die deutsche Wirtschaft sind unbegründet

Russland ist weiterhin auf den Export von Öl und Gas angewiesen. Die Wirtschaft leidet unter den anhaltend niedrigen Preisen. Foto: Anita Starzycka / CC0 via Pixabay

Wirtschaft
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Die EU hat die Wirtschaftssanktionen gegen Russland verlängert. Zwar ist das Land nach wie vor ein wichtiger Handelspartner für die deutsche Wirtschaft. Doch die fortdauernden Sanktionen dürften ihr nicht schaden.

Die russische Wirtschaft steckt schon seit geraumer Zeit in der Krise. Zwar schien sich die Lage in den ersten Monaten des Jahres 2016 etwas stabilisiert zu haben und die Entwicklung der Industrieproduktion weist darauf hin, dass Russland langsam die Rezession hinter sich lässt. Doch die Situation bleibt weiterhin angespannt und es wird lange dauern, bis die russische Wirtschaft zu alter Stärke zurückfindet.

Denn auch ohne die Sanktionen plagen Russland große strukturelle Sorgen – etwa die Abhängigkeit vom Ölgeschäft, das unter dem weiterhin niedrigen Ölpreis leidet. Dieser lag in der ersten Jahreshälfte 2016 um fast ein Drittel unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Das hat auch Auswirkungen auf den Handel mit Deutschland: Mehr als zwei Drittel der deutschen Warenimporte aus Russland entfallen auf fossile Brennstoffe. Und der Wert der deutschen Öl- und Gasimporte schrumpfte von Januar bis Juni um mehr als ein Viertel gegenüber dem Vorjahresniveau.

Für die deutsche Exportwirtschaft war die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte hingegen trotz der Sanktionen weniger dramatisch. Insgesamt gingen die Warenexporte nach Russland in der ersten Jahreshälfte nur noch um rund 3,5 Prozent zurück – verglichen mit einem Rückgang von fast 26 Prozent im Jahr 2015. Bei den Exportschlagern fällt der Rückgang sogar noch geringer aus: Die Ausfuhren deutscher Maschinen gingen nur um 1 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2015 zurück, die Autoexporte blieben sogar stabil. Auch mit verlängerten Sanktionen braucht die deutsche Exportwirtschaft also keine weiteren Rückschläge zu befürchten.



Quelle: IW Köln


Wirtschaft (Top 10)

  • Typgenehmigung für Millionen Dieselautos rechtswidrig
    Dienstag, 25. Oktober 2016

    Die Typgenehmigung für Millionen Dieselautos auf deutschen Straßen ist womöglich rechtswidrig und damit ungültig. Das geht aus einem Gutachten des renommierten Umweltrechtlers Prof. Dr. Martin Führ...

  • Selbständige Beschäftigung geht zurück
    Mittwoch, 02. September 2015

    Tendenz zur Selbständigkeit branchenübergreifend gebrochen - Vor allem weniger Solo-Selbständige - Zahl der Arbeitnehmer steigt dagegen - Insbesondere jüngere Erwerbstätige nehmen lieber eine...

  • bautec 2016 setzt Impulse für die Baubranche
    Dienstag, 23. Februar 2016

    Nach vier Messetagen zog die bautec 2016 am vergangenen Freitag eine positive Bilanz. 35.000 Besucher informierten sich bei 500 Ausstellern aus 17 Ländern über innovative Produkte und Services sowie...

  • Steuerschätzung: Immer mehr Einnahmen
    Donnerstag, 05. November 2015

    Sorgen wegen der Steuereinnahmen müssen sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Amtskollegen aus den Ländern nicht machen. Entgegen Spekulationen der vergangenen Tage vor der...

  • Kartellstrafe für Lkw-Hersteller: Bitteres Lehrgeld
    Dienstag, 19. Juli 2016

    Im Jahr 1997 nahm alles seinen Anfang: In einem gemütlichen Hotel in Brüssel trafen sich führende Manager von Europas größten Lkw-Herstellern und vereinbarten Preisabsprachen und ein koordiniertes...

  • Gefahr für digitale Geschäftsmodelle
    Montag, 03. Juli 2017

    Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) möchte Unternehmen dazu verpflichten, ihre Algorithmen den Behörden offenzulegen. Dies soll verhindern, dass Konsumenten mithilfe der Programme diskriminiert...

  • Niedrigzinsumfrage: Stresstest nach dem Stresstest
    Montag, 25. Juli 2016

    Manch einer hat sich verwundert die Augen gerieben, dass die European Banking Authority (EBA) in ihrem Stresstest zur Lage der Großbanken auf ein Negativzinsszenario verzichtet. Dabei stehen diese...

  • Investoren fürchten Brexit-Folgen
    Freitag, 16. September 2016

    Immer weniger Immobilienunternehmen gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in nächster Zeit verbessern wird. Zwar gibt es weiterhin mehr Optimisten als Pessimisten, wie der neue...

  • Die Inflationierung der Immobilienpreise ist verheerend
    Freitag, 12. Juni 2015

    München (ots) - Ryan McMaken entlarvt in seinem jüngsten Beitrag auf www.misesde.org den Glauben an steigende Immobilienpreise als Gradmesser für eine positive Wirtschaftsentwicklung als primitiven...

  • Privater Neubau hilft nicht gegen Wohnungsnot
    Donnerstag, 23. Juni 2016

    Der private Wohnungsbau, auf den die Politik bei der Bekämpfung der Wohnungsnot in großen Städten vorrangig setzt, schafft so gut wie keine bezahlbaren Mietwohnungen. 95,3 Prozent der privaten...