Donnerstag, 01 Okt 2020
Foto: Wiki05 / Public Domain (via Wikimedia Commons)
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Hinterher ist man immer schlauer. Das gilt insbesondere an der Börse. Wüssten wir den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in Aktiengeschäfte (in diesem Fall besser: Ausstieg), dann wären wir alle reich.

Kindergarten
Foto: Gautam Arora

Systemversagen auf ganzer Linie

Achtung Binse: Die Börse ist keine Einbahnstraße. Dass die kommunalen Anteilseigner nun aus allen Wolken fallen, weil RWE die Dividende streichen will, verwundert trotzdem ein bisschen. Denn dem Konzern geht es schon lange schlecht, weil er auf die Energiewende falsch reagiert hat.

Der Plan des Vorstands, auf die Auszahlung zu verzichten, erinnert nun an den berühmten Griff nach dem Strohhalm. Aber man durfte ihn erwarten.

In den vergangenen Jahrzehnten haben Städte und Kreise mit ihren RWE-Anteilen dicke Gewinne eingefahren, so ganz falsch war die Beteiligung also nicht; sie hat ja auch historische Gründe. Nun vergrößern sich die Haushaltslöcher. Warum haben sie sich nicht längst von den Anteilen getrennt, zum Beispiel, als eine Aktie 100 Euro kostete? Schwer zu sagen. Vielleicht haben die Kommunen auf Besserung gehofft. Auf der anderen Seite ist es offenbar gar nicht so leicht, die Papiere kurzfristig loszuwerden, weil sie in Beteiligungsgesellschaften geparkt sind, die komplizierte Entscheidungswege verlangen.

Dass RWE seine Entscheidung im Vorfeld nicht mit den Anteilseignern abgesprochen hat, deutet an, wie sehr dem Konzern das Wasser bis zum Hals steht. Das ist schlechter Stil. Die Kommunen, die zusammen etwa ein Viertel der Anteile besitzen, wollen die Pläne auf der Hauptversammlung kippen. Sollten sie sich damit durchsetzen, wäre die Überraschung ungefähr so groß wie gestern nach der Dividenden-Meldung. Und wohl das Ende für RWE-Chef Terium.



Quelle: ots/Westfalenpost


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