#zeitfokus.

Sonntag, 29 Mär 2020
Foto: Michael Strobel / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  346 Worte im Text  vor 231 Tagen
Staat verliert hohe Summen Umsatzsteuer wegen falsch berechneter Pauschale für Landwirte. Zwei Drittel der Landwirte nehmen laut Bundesrechnungshof insgesamt jährlich über 200 Millionen Euro mehr Umsatzsteuer ein, als sie an den Staat weiterleiten. Grund sei, dass das Bundesfinanzministerium eine Steuerpauschale falsch kalkuliert habe, kritisieren die Rechnungsprüfer in einer Analyse, über die die Tageszeitung "taz" (https://taz.de/Falsch-berechnete-Umsatzsteuer-Pauschale/!5613710/) berichtet. "Dadurch fallen erhebliche Steuern aus, da viele Abnehmer die an die Pauschallandwirte gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer steuermindernd geltend machen können", so der Rechnungshof. Die Bauern nutzen eine Sonderregelung für die Branche, wonach sie ihre Umsatzsteuer (auch Mehrwertsteuer genannt) pauschalieren darf. Diese "Pauschallandwirte" stellen ihren Kunden 10,7 Prozent Mehrwertsteuer auf den Netto-Preis ihrer Produkte in Rechnung. Anders als die meisten normalen Unternehmen dürfen die Bauern das Geld behalten, dafür sich aber auch nicht die Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückholen, die sie selbst bei Käufen gezahlt haben. Das Verfahren soll ihnen Arbeit bei der Steuererklärung ersparen. Die EU gestattet den Mitgliedstaaten, solche Pauschalen einzuführen, um vor allem kleine Höfe zu fördern. Deutschland räumt sie aber auf Antrag allen Betrieben ein. Zudem habe das Bundesfinanzministerium bei der Berechnung des Pauschalsatzes erst die Umsätze zu niedrig und dann die Belastung der Landwirtschaft durch Umsatzsteuerzahlungen zu hoch angesetzt, schreibt der Rechnungshof. In Wirklichkeit hätte zum Beispiel von 2013 bis 2015 der Pauschalsatz nur 9,4 Prozent betragen dürfen. Das sind 1,3 Prozentpunkte weniger als der derzeitige Tarif. "Diese 1,3 Prozentpunkte entsprechen einem Umsatzsteuerbetrag von über 200 Mio. Euro jährlich, den die Pauschallandwirte ihren Abnehmern zu viel berechnen und einnehmen", so der Rechnungshof. Das Bundesfinanzministerium will an den fragwürdigen Pauschalen festhalten, obwohl die Europäische Kommission nun wegen der deutschen Regelung vor dem EU-Gerichtshof klagt. "Die Bundesregierung hält die für Land- und Forstwirte geltende pauschale Umsatzbesteuerung für vereinbar mit den europarechtlichen Vorgaben", teilte das von dem SPD-Politiker Olaf Scholz geführte Ministerium der taz mit. "Wir werden daher im anstehenden Verfahren vor dem EU-Gerichtshof die geltende Regelung gegen die Vorwürfe der Europäischen Kommission verteidigen." Das geltende Recht diene insbesondere dazu, das Steuer-Verfahren für die Landwirte und die Finanzverwaltung zu vereinfachen. Quelle: ots/taz - die tageszeitung

Zwei Drittel der Landwirte nehmen laut Bundesrechnungshof insgesamt jährlich über 200 Millionen Euro mehr Umsatzsteuer ein, als sie an den Staat weiterleiten. Grund sei, dass das Bundesfinanzministerium eine Steuerpauschale falsch kalkuliert habe, kritisieren die Rechnungsprüfer in einer Analyse, über die die Tageszeitung "taz" (https://taz.de/Falsch-berechnete-Umsatzsteuer-Pauschale/!5613710/) berichtet. "Dadurch fallen erhebliche Steuern aus, da viele Abnehmer die an die Pauschallandwirte gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer steuermindernd geltend machen können", so der Rechnungshof.

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Foto: Mircea Iancu / CC0 (via Pixabay)

In Deutschland wird mindestens jede zweite Woche ein jüdischer Friedhof geschändet

Die Bauern nutzen eine Sonderregelung für die Branche, wonach sie ihre Umsatzsteuer (auch Mehrwertsteuer genannt) pauschalieren darf. Diese "Pauschallandwirte" stellen ihren Kunden 10,7 Prozent Mehrwertsteuer auf den Netto-Preis ihrer Produkte in Rechnung. Anders als die meisten normalen Unternehmen dürfen die Bauern das Geld behalten, dafür sich aber auch nicht die Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückholen, die sie selbst bei Käufen gezahlt haben. Das Verfahren soll ihnen Arbeit bei der Steuererklärung ersparen. Die EU gestattet den Mitgliedstaaten, solche Pauschalen einzuführen, um vor allem kleine Höfe zu fördern.

Deutschland räumt sie aber auf Antrag allen Betrieben ein. Zudem habe das Bundesfinanzministerium bei der Berechnung des Pauschalsatzes erst die Umsätze zu niedrig und dann die Belastung der Landwirtschaft durch Umsatzsteuerzahlungen zu hoch angesetzt, schreibt der Rechnungshof. In Wirklichkeit hätte zum Beispiel von 2013 bis 2015 der Pauschalsatz nur 9,4 Prozent betragen dürfen. Das sind 1,3 Prozentpunkte weniger als der derzeitige Tarif. "Diese 1,3 Prozentpunkte entsprechen einem Umsatzsteuerbetrag von über 200 Mio. Euro jährlich, den die Pauschallandwirte ihren Abnehmern zu viel berechnen und einnehmen", so der Rechnungshof.

Das Bundesfinanzministerium will an den fragwürdigen Pauschalen festhalten, obwohl die Europäische Kommission nun wegen der deutschen Regelung vor dem EU-Gerichtshof klagt. "Die Bundesregierung hält die für Land- und Forstwirte geltende pauschale Umsatzbesteuerung für vereinbar mit den europarechtlichen Vorgaben", teilte das von dem SPD-Politiker Olaf Scholz geführte Ministerium der taz mit. "Wir werden daher im anstehenden Verfahren vor dem EU-Gerichtshof die geltende Regelung gegen die Vorwürfe der Europäischen Kommission verteidigen." Das geltende Recht diene insbesondere dazu, das Steuer-Verfahren für die Landwirte und die Finanzverwaltung zu vereinfachen.



Quelle: ots/taz - die tageszeitung
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