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Steuerbelastung: Der Staat langt zu

Foto: Pezibear / CC0 via Pixabay

Wirtschaft
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Steuerbelastung: Der Staat langt zu

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Jene 30 Prozent, die in Deutschland am meisten verdienen, zahlen rund zwei Drittel der Summe aus Einkommensteuer und Mehrwertsteuer, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die untere Einkommenshälfte trägt weniger als ein Fünftel zum Steueraufkommen bei. Insgesamt ist die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben hoch – auch bei durchschnittlichem Einkommen.

Immer wieder kommen Forderungen auf, hohe Gehälter stärker zu besteuern. Doch die oberen Einkommensschichten leisten bereits sehr hohe Abgaben – auch im Verhältnis zu ihrem Anteil am gesamten Einkommen. So erzielen die bestverdienenden 10 Prozent der Bevölkerung rund 27 Prozent des Einkommens, tragen aber mehr als 37 Prozent der Steuerlast. In der Berechnung berücksichtigten die IW-Ökonomen die beiden wichtigsten Steuerquellen: Einkommensteuer und Mehrwertsteuer.

Zusammen machen beide Steuerarten etwa zwei Drittel der öffentlichen Einnahmen in Deutschland aus. Während der Einkommensteuertarif progressiv ist – Besserverdienende also überproportional belastet –, wird der Konsum unabhängig vom Gehalt mit 19 beziehungsweise 7 Prozent besteuert. Untere Einkommensschichten sind deshalb besonders stark von der Mehrwertsteuer betroffen, wie die Studie zeigt: Erst ab einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 2700 Euro im Monat übersteigt die Einkommensteuer die Mehrwertsteuerbelastung.

Generell ist die Belastung in Deutschland hoch: Bei einem Bruttoeinkommen von knapp 2000 Euro zahlen Alleinstehende bereits gut 39 Prozent Steuern und Sozialabgaben, wenn die Mehrwertsteuer berücksichtigt wird. Ehepaare und Familien mit eher geringem Einkommen geben mehr als ein Drittel an den Staat ab. Insgesamt erzielt das Steuersystem jedoch die geplante Wirkung. „Starke Schultern tragen nicht nur bei der Einkommensteuer deutlich mehr als schwache – die gewünschte Umverteilung funktioniert also“, sagt IW-Finanzexperte Tobias Hentze.



Quelle: IW Köln


256 Wörter im Bericht.

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