Donnerstag, 01 Okt 2020
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Zum Jahreswechsel steigen erneut die Netzgebühren für den Stromtransport. Einem Durchschnittshaushalt entstehen so Mehrkosten von bis zu 38 Euro pro Jahr. Besonders stark betroffen sind Verbraucher aus Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Energie- und IT Unternehmen LichtBlick vorgelegte Analyse der vorläufigen Netzentgelte der 29 größten Verteilnetzbetreiber.

Friedrich Merz
Foto: Bankenverband / CC BY 2.0 (via Flickr)

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"Die Netzentgelte stellen für Haushalte eine wachsende Belastung dar. Im Sinne des Verbraucherschutzes muss die Politik die Monopolrenditen der Netzbetreiber endlich konsequent kappen", sagt Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von LichtBlick.

Nach der LichtBlick-Analyse erhöhen 22 der 29 untersuchten Netzbetreiber zum 1. Januar 2016 ihre Entgelte. Danach zahlt ein 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden Strom im nächsten Jahr durchschnittlich 255 Euro brutto für Netzgebühren. Das sind gut 10 Euro mehr als in diesem Jahr. Die Netzentgelte machen damit fast ein Drittel des Strompreises aus.

Besonders teuer wird es 2016 für Haushalte im Gebiet der Netze BW in Baden-Württemberg. Sie müssen 15 Prozent mehr zahlen. Und auch die Betreiber Energienetz Mitte in Hessen und Niedersachsen sowie die Schleswig-Holstein Netz AG lassen Verbraucher im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Beide Unternehmen erhöhen ihre Netzentgelte um rund 10 Prozent.

Auch die Höhe der Kosten variiert. Auffallend hoch fallen die Gebühren der Netzbetreiber Schleswig-Holstein AG und der E.dis AG in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aus. Mit rund 12 Cent pro Kilowattstunde rufen sie doppelt so hohe Kosten auf wie zum Beispiel die Wesernetz Bremen GmbH mit 6 Cent.

Der größte Kostentreiber bei den Netzgebühren ist nach Ansicht von LichtBlick neben zersplitterten Netzstrukturen die mangelnde staatliche Kostenkontrolle.

"Ursache für die erneute Preisrunde sind vor allem Pensionsrückstellungen der Netzbetreiber. Kosten, die über den Betriebsgewinn gedeckt sein sollten, wälzen die Unternehmen auf den Verbraucher ab. Der Energiewende sind sie jedenfalls nicht zuzurechnen", kritisiert Gero Lücking. Zusätzlich übt Lücking erneut scharfe Kritik an der staatlich garantierten Eigenkapitalrendite von mehr als neun Prozent. "Die Politik muss endlich für schärfere Kostenkontrollen und Transparenz bei den Netzentgelten sorgen", fordert Gero Lücking.



Quelle: ots / LichtBlick


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