Sonntag, 09 Aug 2020
Foto: Rudolphous / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
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Nicht alles lässt sich so schnell über Bord werfen wie 18.000 Mitarbeiter. Wer dachte, dass sich die Deutsche Bank mit dem am Wochenende angekündigten Kahlschlag in der Belegschaft und mit der Verschiebung von Risikoaktiva im Volumen von 74 Mrd. Euro in eine neue Bad Bank gleich auch ihrer vielen anderen Altlasten entledigen könnte, wurde in den vergangenen Tagen schnell wieder eines Besseren belehrt.

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Wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch berichtete, hat das US-Justizministerium seine Untersuchung des Finanzskandals rund um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ausgeweitet und nimmt jetzt auch die Rolle der Deutschen Bank unter die Lupe. Fast zeitgleich machte am Mittwoch die Nachricht die Runde, dass der US-Finanzmagnat Jeffrey Epstein, der am Wochenende wegen schweren Missbrauchs minderjähriger Mädchen verhaftet wurde, noch bis Anfang dieses Jahres zu den Kunden der Bank gehörte, obwohl die Compliance-Abteilung das Management vor den Risiken dieser Kundenbeziehung gewarnt haben soll.

Mit US-Präsident Donald Trump brachte sich am Donnerstag noch ein anderer langjähriger Kunde des deutschen Spitzeninstituts zurück ins Gespräch, der der Bank viel zusätzliche Aufmerksamkeit und zuletzt auch eine Untersuchung des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus beschert hat. In einer seiner vielen Mitteilungen über die sozialen Medien verteidigte Trump seine Geschäftsbeziehung mit dem Institut, "das damals eine der größten und prestigeträchtigsten Banken der Welt war!", wie der US-Präsident betont. Wohl dem, der über ein so kolossales Erinnerungsvermögen verfügt.

Heute ist der Ruf der Bank so stark erschüttert, dass eine Nachricht wie die Untersuchung zum 1MDB-Skandal fast mit Achselzucken zur Kenntnis genommen wird. Eh klar, die Deutsche Bank, das nächste Feld auf dem Bingo-Spielbogen für Finanzskandale. Doch obwohl die 1MDB-Affäre gut in eine Reihe mit den vielen anderen Skandalen passt, die die Bank auch in ihrer geschrumpften Gestalt noch lange beschäftigen dürften, ist es zu früh, um "Bingo!" zu rufen.

Bislang wirft die US-Justiz der Bank in Sachen 1MDB kein Fehlverhalten vor. Auch die ehemalige Mitarbeiterin des Instituts, die zuvor bei der US-Investmentbank Goldman Sachs in Deals mit 1MDB eingebunden war und auch deshalb die Aufmerksamkeit der US-Justiz auf sich gezogen hat, wird bisher nicht belastet. Sie hat in dieser Sache vor einem Jahr bereits den Behörden in Singapur Auskunft erteilt.



Quelle: Börsen-Zeitung
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