#zeitfokus.

Freitag, 29 Mai 2020
Foto: strecosa / pixabay (CC)
 1-2 Minuten Lesezeit  247 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Bei VW wird dieser Tage viel von neuer Unternehmenskultur gesprochen. Gefordert wird sie auch von Politikern, Managern und Betriebsräten, die gerne Teil der alten VW-Kultur waren. Natürlich gilt auch für alle Aufsichtsräte, ob vom Land Niedersachsen, anderen Kapitalgebern oder der Arbeitnehmerseite entsandt, die Unschuldsvermutung. Im besten Fall haben sie alle nichts gewusst vom Diesel-Betrug, entsprang der ganze Skandal dem Treiben von Entwicklern und Managern unterhalb der Topebene und damit unterm Radar des Aufsichtsrats.

Svenja Schulze
Foto: EnergieAgentur.NRW / CC BY 2.0 (via Flickr)

Ministerinnen streiten über Insektenschutz

Nur: Dieser beste Fall aus Sicht der Betroffenen ist der Sündenfall für das Gesamtkunstwerk VW. Dass sich fehlgeleiteter Ehrgeiz dieser Tragweite im Konzern ausleben konnte, muss die Systemfrage aufwerfen. Das Interessengeflecht aus Management, Politik und Arbeitnehmervertretern hat ein allzu mildes Konsensklima geschaffen. Im Lichte des Erfolges verlegte man sich lieber aufs gegenseitige Bestätigen denn aufs Kontrollieren. Vom Land und vom bestens bezahlten Betriebsratschef, der jährlich dicke Boni für die Mitarbeiter verkünden durfte, hatte der Vorstand im Aufsichtsrat nichts zu befürchten. Auch die IG Metall darf ihre Rolle als Kontrollinstanz gerne neu interpretieren. Ihr designierter Chef Hofmann kann seinen Worten bald selbst im Aufsichtsrat Taten folgen lassen. Vorstand und Aufsichtsrat mögen nichts gewusst haben. Doch ihr Konstrukt eines selbstgerechten Riesenkonzerns, der seinen Töchtern vor allem das eine große Ziel vorgab, um jeden Preis die Nummer eins der Welt zu werden, hat das Unternehmensgeflecht Volkswagen unregierbar und unkontrollierbar gemacht. Eine neue Unternehmenskultur ist in der Tat unerlässlich - mit alten Köpfen im alten System wird es sie aber nicht geben.



Quelle: ots / Westdeutsche Allgemeine Zeitung


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