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Dienstag, 02 Jun 2020
Das Kinderhilfswerk schließt nicht aus, dass die Zahl der Kindstötungen deutlich höher liegt, und fordert bessere Hilfsangebote für Mütter in Not.
Das Kinderhilfswerk schließt nicht aus, dass die Zahl der Kindstötungen deutlich höher liegt, und fordert bessere Hilfsangebote für Mütter in Not. Foto: Jamie Coupaud
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Mindestens zwölf Neugeborene sind 2019 in Deutschland getötet oder ausgesetzt worden, sodass sie starben. Das geht aus Zahlen des Kinderhilfswerks terre des hommes hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) vorliegen. Die Leichen der Neugeborenen wurden unter anderem in einem Blumentopf, unter einem Autositz und in einem Gebüsch gefunden. Zudem wurden vier weitere ausgesetzte Neugeborene im vergangenen Jahr lebend gefunden. 2019 gab es damit 16 Fälle, in denen Babys tot oder lebend aufgefunden wurden, ein Fall weniger als 2018. Im Jahr 2015 waren es noch 31 Babys gewesen, 2008 sogar 38.

terre des hommes erhebt die Zahlen auf Basis von Medienberichten. Das Kinderhilfswerk schließt nicht aus, dass die Zahl der Kindstötungen deutlich höher liegt, und fordert bessere Hilfsangebote für Mütter in Not. Angebote wie die Babyklappe, die es Anfang April seit 20 Jahren in Deutschland gibt, kritisiert das Kinderhilfswerk jedoch: "Es handelt sich um Kinder, bei denen wir nichts über die Umstände der Geburt wissen werden. Und diese Kinder werden niemals erfahren, wer ihre leiblichen Eltern sind", erklärte Birte Kötter, Vorstandsmitglied bei terre des hommes, gegenüber der NOZ. Hinzu komme, dass ein solches Angebot im rechtlichen Graubereich liege.

Das bewertet Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender Deutsche Kinderhilfe, anders: "Wenn nur ein Kind dank der Babyklappe überlebt, ist das gut", sagte Becker der "NOZ". Natürlich gebe es auch Kinder, die darunter leiden, dass sie in der Babyklappe abgelegt wurden. "Doch dass die Kinder überlebt haben, ist das Entscheidende."

Hilfreich findet terre des hommes Hilfsangebote wie kostenlose Telefonhotlines, bei denen sich Betroffene anonym melden könnten, die Freigabe des Kindes zur Adoption und auch die vertrauliche Geburt. Bei dieser können Schwangere im Krankenhaus ihr Kind zur Welt bringen; ihre persönlichen Daten müssen sie seit 2014 nur einmalig bei einem Berater, der der Schweigepflicht unterliegt, hinterlegen. Im Alter von 16 Jahren dürfen die Kinder die Personalien ihrer Mutter einsehen. Bei einer anonymen Geburt werden gar keine Personalien festgehalten - wegen der fehlenden gesetzlichen Grundlage lehnt terre des hommes allerdings auch diese Möglichkeit ab.

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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