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Aufstieg der AfD dominiert politische Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern

Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-VorpommernFoto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia

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Aufstieg der AfD dominiert politische Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern

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Die Sozialdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern finden bisher nicht zu alter Stärke zurück. Die Partei von Ministerpräsident Erwin Sellering liegt in der Gunst der Wahlberechtigten hinter der Union. Zugleich schrumpft der Abstand zur AfD, deren Aufwärtstrend im Nordosten anhält. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks.

Wenn schon am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt würde, ginge die CDU daraus als stärkste Partei hervor. Sie erreicht jetzt 25 Prozent (plus ein Prozentpunkt seit April). Die SPD bliebe mit 22 Prozent auf relativ niedrigem Niveau. Bei den Landtagswahlen 2011 hatte die SPD noch mit 35,6 Prozent abgeschnitten. Die CDU lag damals bei 23 Prozent.

Die Alternative für Deutschland landet in der Umfrage mit jetzt 19 Prozent auf dem dritten Platz. Sie hat sich seit April noch leicht verbessert. Erneut liegt sie vor der Linken, die zur Zeit 17 Prozent erreicht. Die Grünen behaupten sich bei 7 Prozent. Die NPD wäre mit 4 Prozent nicht mehr im Landtag vertreten - ebenso die FDP, die mit 3 Prozent erneut den Wiedereinzug verpassen würde.

Der Umfrage zufolge könnte die Große Koalition in Schwerin ihre Arbeit fortsetzen, dann unter Führung der CDU. Allerdings wünschen sich die meisten Befragten auch künftig eine SPD-geführte Landesregierung (51 Prozent). Die CDU an der Spitze der Regierung können sich deutlich weniger Bürger vorstellen (25 Prozent, minus 6 Prozent seit April).

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ist weiterhin der beliebteste Landespolitiker. 68 Prozent sind zufrieden mit seiner Arbeit. CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier erzielt hier 51 Prozent. An dritter Stelle folgt Helmut Holter von der Linken mit 37 Prozent. Der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm ist den meisten Bürgern unbekannt (70 Prozent).

Erwin Sellering genießt parteiübergreifend hohes Ansehen in Mecklenburg-Vorpommern. Er würde eine Direktwahl des Ministerpräsidenten weiterhin klar für sich entscheiden (57 Prozent). Lorenz Caffier fällt mit jetzt 19 Prozent weiter zurück. Im Profilvergleich der beiden Politiker liegt Sellering in allen Punkten vorn. Er wird u. a. als sympathischer wahrgenommen, passe besser zum Land und sei die stärkere Führungspersönlichkeit.

In der Beurteilung der Landesregierung halten sich Zufriedenheit und Unzufriedenheit in etwa die Waage. Positiv sehen die Bürger die Leistungen in den Bereichen Verkehr, Energie und Wirtschaft. Überwiegend kritisch urteilen sie über die Arbeitslosigkeit, die Kriminalitätsbekämpfung und vor allem die Schul- und Bildungspolitik.

Zwiespältig fällt das Urteil der Bürger über die Flüchtlingspolitik aus. Zwar finden mehr als die Hälfte der Befragten, die Landesregierung habe die Flüchtlingssituation im Griff. Aber 59 Prozent fürchten als Folge der Zuwanderung einen zu starken Einfluss des Islams in Deutschland. 56 Prozent sorgen sich, dass die Kriminalität ansteigen werde. Das Leben werde sich stark verändern, denken 51 Prozent. Fast alle AfD-Anhänger im Land teilen diese Aussagen.

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap vom 23. bis 27. Juni 2016 in Mecklenburg-Vorpommern 1002 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte per Telefon. Die Fehlertoleranz beträgt 3,1 Prozentpunkte (bei 50% Anteilswert) bis 1,4 Prozentpunkte (bei 5% Anteilswert).



Quelle: NDR


487 Wörter im Bericht.

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