Sonntag, 29 Nov 2020
Zur Wahrheit gehört auch, dass der diesjährige Abi-Jahrgang ohnehin kaum noch Unterricht an den Schulen gehabt hätte.
Zur Wahrheit gehört auch, dass der diesjährige Abi-Jahrgang ohnehin kaum noch Unterricht an den Schulen gehabt hätte. Foto: Lukas Moos
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Es ist eine schwierige Situation, in der sich die Schüler in Deutschland befinden. Aber nun das Abitur in seiner bisherigen Form ganz aufgeben? Auf die Prüfungen nach den Osterferien verzichten? So wie es die Linkspartei in Berlin fordert? Das ist der falsche Weg.

Bernd Riexinger
Foto: dielinke_nrw / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Greenwashing unsozialer Politik

Es stimmt, dass die Vorbereitungen zum Abitur durch geschlossene Bibliotheken und das Zuhause-Lernen sicherlich ungünstig waren. Und es stimmt, dass die Lernbedingungen für Jugendliche aus sozial schwächeren, kinderreichen Familien auch problematisch sind.

Aber zur Wahrheit gehört auch, dass der diesjährige Abi-Jahrgang ohnehin kaum noch Unterricht an den Schulen gehabt hätte. Die meisten Schüler lernen zudem schon seit Wochen - meist zu Hause - für das Abitur, nicht erst seit Beginn der Corona-Krise. Und zwei Drittel der Abiturnote stehen durch die Zensuren der vergangenen Halbjahre schon fest.

Jetzt abzubrechen würde denjenigen schaden, die sich ganz besonders auf die Prüfungen vorbereitet haben. Leistungswille würde bestraft werden. Zudem wäre das Abitur über Jahrzehnte mit dem Stempel eines "Notabiturs" versehen. Auch das würde den Schülern nicht gerecht werden.

Quelle: ots/Berliner Morgenpost
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