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Die Batteriefabrik ist eine deutsche Chance

Foto: Gereon Meyer / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Die Batteriefabrik ist eine deutsche Chance

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Natürlich lässt sich ein Satz wie von Andreas Pinkwart aus Sicht des Gewinners immer leicht sagen: "Ich appelliere an alle Verantwortlichen, die Störfeuer einzustellen." NRW hat den Zuschlag bekommen für die Batteriezellen-Forschungsfabrik, die nun in Münster entstehen soll. 500 Millionen Euro stellt der Bund dafür bereit. Es ist ein riesiger Erfolg für das Land und eine bittere Niederlage für die unterlegenen Standorte - und das weiß natürlich auch der NRW-Wirtschaftsminister.

Selbstverständlich sollte die Fabrik am dafür am besten geeigneten Standort entstehen. Insofern muss man hoffen, dass bei der Entscheidung tatsächlich sachliche Kriterien im Vordergrund standen. Aber am Ende hat Andreas Pinkwart dennoch völlig Recht mit seinem Vorstoß: Alle Beteiligten sollten nach vorne blicken und gemeinsam an der Umsetzung arbeiten. Denn die Konkurrenz sitzt doch nicht primär in Bayern oder Baden-Württemberg. Deutschland und Europa müssen sich in den kommenden Jahrzehnten vielmehr gegen China und Co. behaupten. Gerade ein Land wie Deutschland, das kaum nennenswerte Rohstoffvorkommen hat, ist dabei auf exzellente Forschung und technische Überlegenheit angewiesen. Dafür müssen Forscher perfekte Bedingungen vorfinden, in Münster, Ulm oder anderswo. Und sie müssen gut und intensiv zusammenarbeiten - und das am Ende auch über die deutschen Landesgrenzen hinaus.

Deutschland ist ein Goliath in Europa, aber weltweit ein David. Schnelligkeit, Kreativität, Innovation, Mut - das sind alles Schlagworte, die nötig sein werden, um den Anschluss nicht zu verlieren, um künftig vorne mitzuspielen. Der weltweite Fortschritt wartet nicht, bis die deutschen Bundesländer ihre föderalen Eitelkeiten befriedigt haben. Die Forschungsfabrik ist eine Chance. Deutschland darf sie nicht verspielen.



Quelle: ots/Mittelbayerische Zeitung
254 Wörter im Bericht.

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