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Großdemonstration

Ganz Berlin trägt Blau-Gelb

Es steht zu befürchten, dass sich Despoten vom Schlage eines Wladimir Putin nicht beeindrucken lassen von friedlichen Massenprotesten. Dennoch war es ein machtvolles Zeichen, das Hunderttausende in der deutschen Hauptstadt gesetzt haben.

Geschrieben von Joachim Fahrun am . Veröffentlicht in Regio-News.
Wie viele Menschen nun wirklich gegen Putins Angriffskrieg, für Solidarität mit der Ukraine und auch für eine Verringerung der Abhängigkeit von russischem Gas demonstrierten, wird man wohl nicht feststellen können.
Wie viele Menschen nun wirklich gegen Putins Angriffskrieg, für Solidarität mit der Ukraine und auch für eine Verringerung der Abhängigkeit von russischem Gas demonstrierten, wird man wohl nicht feststellen können.
Foto: Samuel F. Johanns

Es steht zu befürchten, dass sich Despoten vom Schlage eines Wladimir Putin nicht beeindrucken lassen von friedlichen Massenprotesten. Dennoch war es ein machtvolles Zeichen, das Hunderttausende in der deutschen Hauptstadt gesetzt haben.

Wie viele Menschen nun wirklich gegen Putins Angriffskrieg, für Solidarität mit der Ukraine und auch für eine Verringerung der Abhängigkeit von russischem Gas demonstrierten, wird man wohl nicht feststellen können. Es könnte aber die größte Demonstration in der jüngeren Geschichte Berlins gewesen sein. Viele Menschen hatten Schwierigkeiten, zur Demonstrationsroute im Tiergarten vorzudringen, weil der Andrang so stark war.

Die Bürgerinnen und Bürger der Hauptstadt werden ja gern wegen einer zu großen Toleranz gegenüber allen möglichen Missständen kritisiert. Aber wenn es um Krieg oder Frieden, um Tod oder Leben, um Freiheit oder Diktatur geht, dann sind sie wach - und tragen den Wunsch nach Frieden und die Solidarität mit den Opfern bunt und friedlich auf die Straße. In der Hoffnung, dass die massenhafte Botschaft eben doch ankommen möge in der Ukraine und natürlich auch in Russland. Und obwohl nicht alle Demonstranten die genau gleichen Forderungen hatten, manche auch die Rolle der Nato kritisierten, war es eben nicht der Tag und das Format, politische Debatten zu führen, sondern ein Zeichen zu setzen.

Erstaunlich war nur, dass Veranstalter und Behörden von der überwältigenden Anteilnahme offenbar überrascht waren. In U- und S-Bahnen herrschte Chaos, der Normalbetrieb reichte offenkundig nicht aus, um die Massen zum Ort des Geschehens zu bringen. Aber es ist gut, dass die Solidarität mit der Ukraine in Berlin eben doch so viel größer ist als vielleicht erwartet.

Quelle: Berliner Morgenpost

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