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Herzensbildung

Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Düsseldorf. Offenes Archiv.Foto: Kürschner / Public Domain (via Wikimedia Commons)

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Herzensbildung

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Herzensbildung - das schöne Wort entstammt der deutschen Klassik. In ihm verbinden sich Vernunft und Empfindsamkeit. Gemeint ist die Kunst, einen Weg zu finden, um nicht nur den Verstand zu schärfen, sondern auch das Herz zu öffnen. Man könnte auch sagen: Das größte Wissen nutzt uns nichts, wenn es uns nicht berührt.

Das, was die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf mit ihrer Dauerausstellung wie mit ihrem Forschungsprojekt zu den Pogromopfern leistet, ist Herzensbildung im besten Sinne. Ihre Basis ist die akribische Arbeit der Historiker, die nüchterne Genauigkeit bei Namen, Zahlen, Fakten, das unermüdliche Sammeln von Quellen.

Aber im Ergebnis bekommen Opfer ein Gesicht, lassen wir uns aus dem Meer der Toten von Einzelschicksalen bewegen, um so die Dimensionen des Verbrechens neu zu begreifen. Der Unterschied zur reinen Gefühligkeit ist allerdings, dass gelungene Herzensbildung sich in der Folge in unserem Tun und Lassen niederschlägt. Es wäre das Mindeste, das wir den Opfern schulden.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
154 Wörter im Bericht.

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