Donnerstag, 29 Okt 2020
Foto: Iñigo De la Maza / CC0 (via Unsplash)
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Das nordrhein-westfälische Verbraucherministerium und der Kreis Gütersloh gehen nach einer anonymen Anzeige Hinweisen auf mangelnde Hygiene und Unregelmäßigkeiten in einer Wurstfabrik nach. Christian Fronczak, Sprecher im NRW-Umweltministerium: "Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst."

Unter-den-Linden, Berlin, 3. Juni 1945
Foto: No 5 Army Film & Photographic Unit, Hewitt (Sgt) / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)

Die Grenzen der Befreiung

Nach Westfalen-Blatt-Informationen schickte der Hinweisgeber Ende November ein Dossier mit Vorwürfen und Namen mutmaßlich Verantwortlicher an Behörden und Kunden, außerdem einen USB-Stick mit Videos von schimmeligen Fleisch.

Der Hinweisgeber schreibt, verschimmeltes Fleisch sei mit einem Hochdruckreiniger gesäubert worden. Wurst mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum sei umetikettiert worden, und Fleisch, das von Mitarbeitern als "gesperrt" markiert worden sei, habe man auf Anweisung verarbeitet. Zur Verschleierung seien Daten in der Firmensoftware geändert worden. Halale Ware, also für Muslime zugelassene Fleischprodukte, habe nicht deren Vorschriften entsprochen.

Kreissprecher Jan Focken: "Unsere Kontrolleure können nur Dinge beurteilen, die sie selbst festgestellt haben." Die 40 Proben aus den letzten beiden Jahren hätten keine Beanstandungen hinsichtlich einer Gefahr durch Listerien, Salmonellen oder andere Keime ergeben. Ministeriumssprecher Christian Fronczak: "Vor einigen Tagen haben Kreismitarbeiter und Mitarbeiter des Landesamts für Verbraucherschutz das Unternehmen noch einmal überprüft. Ergebnisse liegen aber noch nicht vor."

Der Geschäftsführer des Unternehmens sprach am Freitag von Verleumdungen. "Wir haben Anzeige erstattet." Ob er den Hinweisgeber kennt, wollte er nicht sagen.



Quelle: ots/Westfalen-Blatt
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