Donnerstag, 29 Okt 2020
Foto: Taken / CC0 (via Pixabay)
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Der von Schulministerin Yvonne Gebauer angekündigte Gehaltszuschlag für dauerhaft unbesetzte Stellen trägt nicht zur Beseitigung des Lehrermangels bei. Er sorgt aber womöglich für dessen bessere Verwaltung - weil er Bewerber dazu ermutigen kann, sich vielleicht doch für die schwierigere Schule zu entscheiden, die eine bessere Besetzung eben auch dringender benötigt. Mehr Geld löst das Problem nicht, heißt es im Schulministerium ja gerne, wenn begründet werden soll, warum das Versprechen, Grundschullehrern auch das A13-Gehalt zu gewähren, noch nicht eingelöst wurde. Aber wo man sich gar nicht mehr anders zu helfen weiß, soll es jetzt doch helfen. Und das ist richtig so, auch wenn vor Ort damit neue Ungleichheiten entstehen werden.

Das war der Moment, auf den Wladimir Putin über Jahrzehnte hingearbeitet und gehofft hatte.
Foto: The White House / Public Domain (via Flickr)

D-Day im Rückwärtsgang

An anderer Stelle setzt Yvonne Gebauer dagegen auf (niedrigere) Gehaltsgleichheit, weil sie mit der größeren Not der Bewerber kalkuliert. Oberstufenlehrer, die sich für die Grundschule entscheiden, müssen dort mit dem grundschulüblichen Tarifgehalt vorliebnehmen und auch nach der Verbeamtung bleibt ihnen nur A12. Bewerber, die aufgrund ihrer Fächerkombination in Oberstufen keine Chance haben, werden vielleicht trotzdem in den sauren Apfel beißen.

Diese unterschiedlichen Geldjonglagen zeigen: Auch bei den "Beste Bildung"-Apologeten wachsen die Finanzmittel nicht in den Himmel. Dafür wird im Augenblick an zu vielen Stellschrauben gedreht. Und ob jede Umdrehung auch um Erfolg führt, ist längst noch nicht ausgemacht. 1700 zusätzliche Einstellungen seit 2017 können als solcher gewertet werden. Aber von den im Sommer ausgeschriebenen 10 000 Lehrerstellen wurden noch nicht einmal 60 Prozent besetzt.

Langfristig hilft nur eine Ausweitung der Studienplätze dort, wo sie wirklich benötigt werden. Das ist jetzt angegangen worden. Bis es wirkt, wird beim Lehrermangel weiterjongliert.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
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