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Neues Transplantationsgesetz: Kolat plant zentrale Entnahmeklinik in Charité

Charité Campus Berlin MitteFoto: Jens Junge / CC0 (via Pixabay)

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Neues Transplantationsgesetz: Kolat plant zentrale Entnahmeklinik in Charité

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Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) rechnet auch nach dem Inkrafttreten des neuen Transplantationsgesetzes am 1. April nicht mit einem rasch wachsenden Angebot von Spenderorganen.

Gegenüber "rbb24 Recherche" erklärte sie, dass die Abläufe in den Kliniken organisatorisch verbessert werden müssten, um potentielle Organspender besser zu identifizieren. "Die Kliniken sind oft sich selbst überlassen", erklärte sie gegenüber dem rbb. Kolat will deshalb die Kliniken bei der Organentnahme entlasten und plant eine zentrale Entnahmeklinik in Berlin. Diese Aufgabe könnte ihrer Meinung nach die Charité übernehmen. "Viele Krankenhäuser schaffen das im Alltag nicht. Hier braucht man Spezialisten", so Kolat. Grundsätzlich plädiert Kolat jedoch für die Einführung der Widerspruchslösung.

Aktuell stehen 360 Brandenburger und 460 Berliner auf den Wartelisten für ein neues Herz, eine Leber oder Niere. Auch das neue Transplantationsgesetz wird daran vorerst nicht viel ändern, ergab eine Umfrage von "rbb24 Recherche" unter den 85 Entnahmekliniken in Brandenburg und Berlin. Die Begründung: in den meisten Kliniken seien bereits jetzt Transplantationsbeauftragte, wie im neuen Gesetz verpflichtend gefordert, zur Identifikation möglicher Spender tätig.

Bundesweit ist die Zahl der postmortalen Organspender im Jahr 2018 gegenüber 2017 von 797 auf 955 gestiegen. Besonders stark ist der Anstieg in den ostdeutschen Bundesländern. In Brandenburg, das lange als Schlusslicht galt, hat sich die Zahl der Spender je 1 Million Einwohner von 7,2 auf 14,8 mehr als verdoppelt, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation in ihrem aktuellen Jahresbericht. Berlin verzeichnete einen Anstieg von 9,8 (2017) auf 13, 2 pro 1 Million Einwohner. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Hamburg (13,3 auf 30,0). Rückgänge werden indes in Bayern, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachen verzeichnet.



Quelle: ots/Rundfunk Berlin-Brandenburg
270 Wörter im Bericht.

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