Mittwoch, 12 Aug 2020
Steintor Hannover
Steintor Hannover Bild: Kamillo Kluth / Flickr (CC BY 2.0)
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Durch das Bundeskriminalamt initiiert und in Zusammenarbeit mit Europol haben am Donnerstagabend Beamte der niedersächsischen Polizei, des Zolls sowie der Steuerfahndung und der Ausländerbehörde Bordelle und bordellähnliche Betriebe kontrolliert.

Aber was ist, wenn der Grund für die steigenden Zahlen nicht so einfach lokalisierbar ist?
Foto: bernswaelz / CC0 (via Pixabay)

Was geschieht bei Rot?

Ziel der Aktion war es, Opfer von Menschenhandel aus Westafrika zu identifizieren und Hinweise auf Menschenhändler und deren Netzwerke zu erlangen.

Dabei wurden im Rahmen der europaweiten Kontrollaktion zur Bekämp-fung des westafrikanischen Menschenhandels insgesamt 785 Prostituierte an 468 Örtlichkeiten in Niedersachsen überprüft.

Es wurden 19 Frauen aus Nigeria angetroffen, die restlichen überprüften Personen stammten aus unterschiedlichsten Herkunftsländern wie Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Thailand, Dominikanische Republik und Deutschland, vorwiegend aber aus den EU-Staaten Rumänien (175) und Bulgarien (148).

Fünf der angetroffenen Frauen aus Nigeria und Rumänien waren unter 21 Jahren, so dass in diesen Fällen von einem begründeten Verdacht des Menschenhandels auszugehen ist. In einem weiteren Fall hat sich der Verdacht des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung bestätigt.

Außerdem waren drei der kontrollierten Frauen zur Abschiebung ausgeschrieben.

Darüber hinaus wurden im Zusammenhang mit dem Menschenhandel zum Nachteil insbesondere nigerianischer Prostituierten eine Vielzahl an Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz und der unbefugten Arbeitsaufnahme festgestellt. Ferner wurden Anzeigen wegen diverser arbeits-, gewerbe- und steuerrechtlicher Verstöße gefertigt.

In Niedersachsen sind 2015 32 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung geführt worden.



Quelle: ots/Landeskriminalamt Niedersachsen


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