Schule macht das schon – Schule als Generalschlüssel

Foto: Landkreis OHA

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Osterode a.H., 21. August 2015 – Letzten Monat fand der jährlich stattfindende Netzwerktag Osterode am Harz der Koordinierungsstelle Bildung-Beruf statt. Die mehr als 90 Teilnehmer der Veranstaltung wurden mit Unterstützung der Schülerband „Nine Skills“ des Tilman-Riemenschneider-Gymnasiums unter Leitung von Martin Schnella in den Räumlichkeiten der Berufsbildenden Schulen II begrüßt. Ziel der Veranstaltung war der Austausch über die weitere Gestaltung des Übergangs von Jugendlichen in die Arbeitswelt.

Nach der Begrüßung durch den Beiratsvorsitzenden der Koordinierungsstelle Bildung-Beruf, Joachim Grube (IHK), und den Schulleiter der Berufsbildenden Schulen II, Dr. Carsten Wehmeyer, verwies der Vizepräsident des Niedersächsischen Landkreistages, Bernhard Reuter, in seinen Ausführungen auf die Bedeutung kommunaler Verantwortung für ein gelingendes Übergangsmanagement. Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe; alle Akteure in der Region seien gefragt. Daran anknüpfend zeigte Jessica Wetter (Koordinierungsstelle Bildung-Beruf) auf, wo sich der Landkreis Osterode am Harz mit Blick auf das Thema verorten lasse. Hierbei wurde deutlich, dass die Aktivitäten der Region über die Landkreisgrenzen hinaus positiv wahrgenommen werden. Neben der Würdigung des gemeinsamen Weges sei allerdings ein konsequentes Handeln weiterhin einzufordern. Die stärkere Beteiligung von Unternehmen stehe im kommenden Jahr dabei verstärkt im Fokus. Dr. Andreas Oehme (Universität Hildesheim) stellte sodann in Frage, ob Schule als Institution allen an sie gerichteten Aufgaben gerecht werden könne: Die Vielzahl an Aufträgen und Verantwortlichkeiten an Lehrkräfte erscheine unbegrenzt. Doch Schulen könnten nicht als alleinige Hauptverantwortliche verstanden werden. Berufliche Orientierungsprozesse seien komplex und unterlägen nicht allein der Einflussnahme durch Schulen. Begeisterung und Interesse für Themen zu wecken, sei gleichermaßen Aufgabe aller regionalen Akteure, so Oehme. So stand in der abschließenden Podiumsdiskussion um den regionalen Fachkräftebedarf dann schließlich auch das Zusammenspiel von Wünschen der Jugendlichen und regionalen Bedarfen der Unternehmen im Mittelpunkt.

Um Jugendliche mit ihrem Schulabschluss in der Region halten zu können, brauche es eines gelebten Verantwortungsbewusstseins, sich für die Bewältigung von Übergängen einzusetzen – so Julia Koblitz (Leiterin der Koordinierungsstelle Bildung-Beruf). Jugendliche müssten ihren Platz in der Erwachsenenwelt finden, der ihre Stärken und Schwächen bei der Wahl ihres Berufs berücksichtigt. Hierzu sei es auch notwendig, gemeinsam mit Schule und Wirtschaft einen Dialog zu führen und Wege zu beschreiten, den Jugendlichen in der Region attraktive Ausbildungs- und Lebensperspektiven aufzeigen. Es gelte, Hilfe und Unterstützung für alle Jugendlichen zu bieten. Daher stehe die Zukunftsfähigkeit der Region in starker Abhängigkeit dazu, inwiefern alle Beteiligten diese Aufgabe wahrnehmen. Die Weiterentwicklung des Handlungs- und Praxisleitfadens für die Gestaltung des Übergangs Bildung-Beruf sei hierfür ein geeigneter Rahmen.



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