Samstag, 19 Sep 2020
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Es kommt nicht allzu oft vor, dass sich alle fünf NRW-Regierungspräsidenten zusammentun und einen Brandbrief an die Schulministerin schreiben. Das Anliegen, die Qualitätsanalyse in den Schulen beizubehalten, scheint ihnen in ihrer Funktion als Schulaufsicht also sehr wichtig zu sein. Tatsächlich handelt es sich dabei um das einzige Instrument, den Unterricht und das Konzept einer Schule einmal extern prüfen zu lassen: Prüfer, meist ehemalige Lehrer, schauen sich unangekündigt Unterrichtsstunden an und geben der Schule anschließend eine Rückmeldung. Jede Schule in NRW ist etwa alle fünf Jahre an der Reihe. Das klingt auf den ersten Blick ganz sinnvoll.

Es wird auf absehbare Zeit kein Ende der Corona-Gefahren geben.
Foto: Roberto Nickson

Das Reisen bleibt vorerst ein Risiko

Doch die Qualitätsanalyse gibt es seit fast 14 Jahren - und an den schwachen Pisa-Ergebnissen in NRW hat sich in dieser Zeit kaum etwas geändert. Es liegt daher nahe, diese Art der Schulinspektion zu überarbeiten. Stehen bürokratischer Aufwand und der Ertrag in einem angemessenen Verhältnis? Handelt es sich um eine einmalige Überprüfung ohne nennenswerte Folgen? Wie kann den Schulen geholfen werden, sich danach zu verbessern? Haben die externen Prüfer die richtige Qualifikation? All diesen Fragen muss nachgegangen werden, damit die Qualitätsanalyse in den Schulen etwas bewirken kann. Und wenn sich am Ende erweist, dass dieses Instrument Schwächen hat, sollte das Schulministerium es verbessern.

Nicht einzusehen ist aber, warum die Qualitätsanalyse deshalb ausgesetzt oder gleich ganz abgeschafft werden sollte, wie es die Regierungspräsidenten befürchten. Schon eine Pause birgt das Risiko, dass es die externen Kontrollen danach nie wieder in Nordrhein-Westfalen geben wird. Dafür aber liegt in manchen Schulen zu viel im Argen. Ein frischer Blick von außen kann da nur guttun.



Quelle: ots/Rheinische Post
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