Dienstag, 04 Aug 2020
Foto: Helenenthal / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
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Ihr Neujahrskonzert beschließen die Wiener Philharmoniker traditionell mit dem "Radetzky-Marsch", das Jahr 2020 läutet das Orchester aber mit einer neuen Version des Marsches ein. Das hat die Pressestelle der Wiener Philharmoniker auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung" bestätigt. Der Grund: Die alte Version geht auf den Komponisten und Arrangeur Leopold Weninger (1879-1940) zurück, einen bekennenden Nationalsozialisten.

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Foto: Olya Adamovich / CC0 (via Pixabay)

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Dieses Jahr hat der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Daniel Froschauer, das Notenarchiv beauftragt, eine Neuausgabe des Marsches zu erstellen. "Diese Fassung ist ab jetzt in Verwendung", teilte das Orchester mit. Am 1. Januar 2020 darf das Publikum im Goldenen Saal also zu einer Version des Radetzky-Marschs klatschen, die als Gemeinschaftsarbeit der Wiener Philharmoniker entstanden und vor allem unbelastet von einer braunen Vergangenheit ist.

Das Arrangement von Leopold Weninger, zu dem bisher alljährlich 2000 Gäste im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins freudig geklatscht haben, hatte der legendäre Dirigent Joseph Krips laut Auskunft der Wiener Philharmoniker erstmals beim Neujahrskonzert 1946 aufs Programm gesetzt. Die ersten Neujahrskonzerte fanden aber bereits während des Krieges statt und wurden vom nationalsozialistischen Regime zu Propagandazwecken genutzt. Diese Vergangenheit dokumentieren die Wiener Philharmoniker auch auf ihrer Homepage, allerdings fehlt dort ein Hinweis auf die vom Nationalsozialisten Weninger bearbeitete Version des Radetzky-Marsches.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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