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Die Kultusminister haben sich heute nach langem Ringen auf eine Neuregelung des NC verständigt: Sie wollen 30 statt wie bisher 20 Prozent der Plätze an Abiturbeste vergeben. Dabei gibt es längst deutlich bessere Verfahren, um angehende Mediziner auszuwählen.

Wie die Stadt diese Lasten schultern will, wird spätestens in der Debatte um den nächsten Haushalt für 2022 diskutiert.
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Die Stunde der Wahrheit kommt

Vor nur einem Jahr entschied das Bundesverfassungsgericht, dass das Zulassungsverfahren für Medizin-Studenten nicht rechtmäßig sei. Die Hochschulen müssten sicherstellen, dass Abiturnoten vergleichbar sind. Zudem dürfe nicht nur die Abiturnote als Kriterium herangezogen werden, monierte das Gericht. Bund und Länder mussten nacharbeiten und klären, wie Plätze für ein Medizinstudium und in den übrigen NC-Fächern künftig vergeben werden. Bisher wurde ein kleiner Teil der Plätze an so genannte Sonderfälle wie Bewerber ohne Abitur oder angehende Ärzte in der Bundeswehr vergeben. Für die überwiegende Mehrheit galt: 20 Prozent der Plätze werden über die besten Schulnoten vergeben, 20 Prozent über die Wartezeit und 60 Prozent über ein Auswahlverfahren der Universitäten.

Die Kultusministerkonferenz präsentiert nun eine Lösung mit Widersprüchen: Sie will 30 statt wie bisher 20 Prozent der Studienplätze für die besten Abiturienten reservieren. Begründung: Das Abitur habe hohe Prognosekraft für den Studienerfolg. Wer mit guter Abinote einen Studienplatz ergattert, muss also nicht beweisen, dass er für den Beruf geeignet ist. Neu ist zudem die sogenannte Eignungsquote: Sie ersetzt die alte Wartezeitenregelung und basiert nur auf Kriterien abseits von Schulnoten. Was für Kriterien hier gemeint sind, soll demnächst im neuen Staatsvertrag nachzulesen sein. Zehn Prozent der Plätze sollen so vergeben werden. 60 Prozent der Plätze vergeben wie bisher die Hochschulen, die sich in ihren Auswahlverfahren zumindest teilweise an Abiturnoten orientieren.

Tatsächlich gibt es bei den Auswahlverfahren der Hochschulen einige schulnotenunabhängige Ansätze, die sich bewährt haben: Mit dem sogenannten Test für medizinische Studiengänge finden Hochschulen Studenten, die keine Spitzennoten haben und trotzdem erfolgreich studieren. Bonuspunkte für berufspraktische Erfahrungen und Auswahlgespräche zur Berufsmotivation erhöhen zudem nachweislich die Bewerbervielfalt und führen gleichzeitig zu höheren Erfolgsquoten.

Deshalb sollten künftig alle Bewerber diese Eignungstests durchlaufen: Abiturbeste genauso wie diejenigen, die ihren Platz zuvor durch Wartezeiten bekommen haben. Statt der bisherigen drei Quoten sollte ein Punktesystem für alle Bewerber eingeführt werden, wie es der Medizinische Fakultätentag und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden vorschlagen. Das könnte so aussehen: Berücksichtigt werden mit unterschiedlichen Gewichtungen die Abiturnote, die Ergebnisse der Tests sowie berufspraktische Erfahrungen. Ein Teil der Punkte-Besten bekommt direkt einen Platz, alle anderen erhalten in den Auswahlverfahren der Hochschulen eine zweite Chance.

IW-Report "Wer bekommt einen Studienplatz?" Download



Quelle: IW Köln


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