Dienstag, 22 Sep 2020
Foto: alanbatt / CC0 (via Pixabay)
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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (58) war im Januar erstmals in Auschwitz, Bundeskanzlerin Angela Merkel (65) am Donnerstag. Ohnehin haben nur wenige deutsche Nachkriegskanzler die Reise bisher gewagt, von acht gerade mal drei. Helmut Schmidt war 1977 der Erste. Es folgten zweimal Helmut Kohl und jetzt Merkel. Selbst Willy Brandt, dem mit dem Kniefall von Warschau die wohl wichtigste Symbolhandlung der deutschen Nachkriegsgeschichte gelang, war nicht in Auschwitz.

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Foto: Michal Jarmoluk / CC0 (via Pixabay)

Kein Grund für (noch) mehr staatliche Hilfe

Ob deutsche Spitzenpolitiker die KZ-Gedenkstätte besuchen oder nicht, sagt nichts darüber aus, welchen Stellenwert sie der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einräumen. Aber es sagt etwas darüber aus, wie schwierig ein Besuch dort immer noch ist - ein falsches Wort, eine falsche Geste kann Erschütterungen ungeahnten Ausmaßes auslösen. Viele haben sich bei diesem Thema auch an anderer Stelle schon hoffnungslos verheddert. Das pietätlose Desaster des "Zentrums für politische Schönheit" mit seiner Stele voller Opferasche vor dem Reichstag ist da nur ein aktuelles Beispiel.

Nein, es muss nicht immer Auschwitz sein. Der NS-Terror hat zahlreiche Orte des Grauens hinterlassen, und viele wichtige Gedenkstätten sind dort und andernorts entstanden. Aber Auschwitz steht in seiner Wirkmacht wie kein anderer für die Abgründe, zu denen Menschen fähig sind, wenn Rassenwahn, Antisemitismus und hasserfüllte Gewaltbereitschaft den Ton angeben.

Darum: um alles in der Welt Besuche ermöglichen, um alles in der Welt den Erhalt finanzieren, um alles in der Welt die Erinnerung wachhalten, mit ganzem Herzen und ganzem Verstand. Ob als 58-Jähriger, als 65-Jährige oder schon als Schüler - Auschwitz verlässt man nicht gleichgültig. Und der Weg dorthin, so schwer er auch fällt, kann eigentlich nur der Menschlichkeit dienen.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
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