Freitag, 10 Jul 2020
Flüchtlinge klettern nach ihrer Rettung von einem Schlauchboot des US-Marine-Schiffes USS San Antonio (LPD-17) auf ein Patrouillenboot der Republik Malta.
Flüchtlinge klettern nach ihrer Rettung von einem Schlauchboot des US-Marine-Schiffes USS San Antonio (LPD-17) auf ein Patrouillenboot der Republik Malta. Foto: U.S. Navy photo / Gemeinfrei via Wikimedia
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Mehr als 3.150 Menschen sind bereits dieses Jahr beim Fluchtversuch über das Mittelmeer ums Leben gekommen, 40 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, die meisten von ihnen in den Gewässern zwischen den nordafrikanischen und italienischen Küsten. Um dem massenhaften Sterben entgegenzuwirken, hat auch Save the Children beschlossen, sich mit einem eigenen Boot an der von Italien geleiteten Seenotrettung zu beteiligen.

Herbert Reul
Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Reul pocht auf Rechte der Länder beim Katastrophenschutz

"Wir alle haben die Pflicht, flüchtende Kinder und ihre Familien so gut wie möglich zu schützen, und zwar bereits schon auf dem gefährlichen Weg nach Europa", sagt Helle Thorning-Schmidt, Geschäftsführerin von Save the Children International. In dem Rettungssystem gebe es noch große Lücken: "Die europäischen Staaten müssen Italien dringend mehr bei der Seenotrettung unterstützen. Menschen zu retten sollte die allererste Priorität haben, nicht Grenzkontrollen."

Ab September wird Save the Children mit der Seenotrettung starten. Das Boot hat Kapazitäten, um gleichzeitig rund 300 Menschen zu retten und an Bord zu versorgen. Die Kinderrechtsorganisation kooperiert bereits seit acht Jahren mit der italienischen Seenotrettung, indem sie an Häfen Kinder bei der Ankunft betreut und unterstützt. Helle Thorning-Schmidt: "Wir sind überzeugt, mit dem Rettungsboot einen weiteren wichtigen Beitrag leisten zu können zu der bereits sehr guten und intensiven Arbeit der Behörden." Ganz besonders jetzt, denn: Die Lage wird vor allem für Kinder immer dramatischer: 90 Prozent der Kinder, die den Weg zu den italienischen Küsten geschafft haben, kommen unbegleitet.

Auf dem Boot wird speziell ausgebildetes Personal arbeiten, unter anderem Kinderschutz- und Gesundheitsexperten, Kultur-Mediatoren und Logistiker. Die genauen Einsatzgebiete für das Boot werden jeweils von der italienische Küstenwache vorgegeben, die alle Seenotrettungsmaßnahmen in der Region koordiniert. Die Küstenwache begrüßt ausdrücklich die Unterstützung von Hilfsorganisationen und sagt: "Wir haben ein gemeinsames Ziel: Menschen retten, die in Seenot geraten sind." Das Rettungsboot von Save the Children wird im Hafen Augusta liegen.



Quelle: Save the Children


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