Attentat in der türkischen Hauptstadt: Der Krieg ist zurückgekehrt

Foto: iris / Flickr (CC BY 2.0)

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Der Krieg ist in Ankara angekommen oder besser: dorthin zurückgekehrt.

Denn die Vernichtungskampagne des türkischen Staates, verkörpert in der Politik seines Präsidenten Erdogan, wurde von ihm voriges Jahr genau dort in der Hauptstadt proklamiert; mit allen Zutaten einer unversöhnlichen Hasskampagne gegenüber kurdischem Wunsch nach Selbstbestimmung, in der Türkei und sogar hinter den Grenzen von Erdogans Machtbereich, in Syrien. Die türkische Führung beließ es nicht beim Verbalradikalismus. Ihr Mordfeldzug im kurdischen Südosten der Türkei war blutige Realität und ist nicht beendet. Den »Krieg gegen das eigene Volk«, den Erdogan permanent in Syrien anprangert, den führt er selbst und schon etwas länger. Die Zeit des Dialogs mit Kurdenführern erscheint angesichts der widerwärtigen Rhetorik Erdogans »vom entschlossenen Handeln bis zur endgültigen Vernichtung aller Terroristen« wie ein kaum noch erklärbares Intermezzo. Die Verbündeten wenden sich vorsichtig ab.

Wer möchte sich auch damit gemein machen? Einige aber tun es, darunter - neuerdings - der König von Saudi-Arabien und - schon länger, was immer in Kurdistan an Blut fließe - die Kanzlerin. Soll es doch. Merkel will, dass die Türkei den von ihr gewünschten Job in der Flüchtlingskrise macht. Basta. Sie nennt das: »Meine ganze Kraft konzentriere ich auf den europäisch-türkischen Ansatz.« Ergo: Die Koalition der Willigen ist auch eine der Unbelehrbaren.



Quelle: ots/neues deutschland


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