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Bundespolizei auf Samos - Positive Bilanz nach drei Monaten

Einsatz der Bundespolizei auf SamosFoto: Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt

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Bundespolizei auf Samos - Positive Bilanz nach drei Monaten

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Die Bundespolizei zieht nach einer dreimonatigen Einsatzzeit auf Samos eine positive Bilanz. Über 700 Menschen konnten durch die beiden Kontroll- und Streifenboote BP 62 "Börde" und BP 64 "Uckermark" der Bundespolizei aus akuter Seenot vor der griechischen Ägäis-Insel gerettet werden.

Zwei Schleuser konnte die Bundespolizei den griechischen Behörden übergeben, die für die strafrechtliche Verfolgung zuständig sind. Insgesamt hat der Zustrom von Migranten nach Samos jedoch in den letzten sechs Wochen deutlich abgenommen. Die Mehrzahl der Flüchtlinge kam aus Syrien, Afghanistan und aus dem Irak.

Rund 30 Beamte der Bundespolizei See überwachen aus den Standorten Cuxhaven, Neustadt in Holstein und Warnemünde seit dem 1. März im Rahmen eines Frontex-Einsatzes die griechisch-türkische Seegrenze.

Im Vordergrund des Einsatzes stehen die Verhinderung von unerlaubten Grenzübertritten und die Bekämpfung der Schleusungskriminalität. Aber auch die Seenotrettung müssen die Beamten beherrschen. Hier zahlt sich die gute Einsatzvorbereitung in Neustadt in Holstein beim Maritimen Schulungs- und Trainingszentrum aus, die jeder der für den Einsatz vorgesehenen Beamten absolvieren muss.

Samos ist vom türkischen Festland an der engsten Stelle nur rund 1700 Meter entfernt. Kriminelle Schleuserbanden nutzen die Not der Migranten aus und organisieren für hohe Bargeldbeträge die Überfahrten nach Samos mit seeuntüchtigen Schlauchbooten, die gerade mal für einen Strandurlaub taugen.

Bei den nächtlichen Streifenfahrten treffen die Bundespolizisten oft auf überbesetzte Schlauchboote mit vierzig oder mehr Migranten, oftmals nur mit seeuntauglichen Elektromotoren angetrieben. "Viele Einsätze auf See verliefen bisher glimpflich und wir konnten viele Menschenleben retten. Wir haben aber auch Einsätze mit gekenterten Booten erlebt, bei denen Erwachsene und Kinder ertrunken sind", sagt Stefan Wendrich, Leitender Polizeidirektor und Leiter der Bundespolizei See. "Das geht nicht spurlos an den Besatzungen vorbei und wir unterstützen die Beamten bei der Bewältigung der Einsätze vor Ort und bei der Rückkehr nach Deutschland."

Der Frontex-Einsatz der Streifenboote der Bundespolizei war zunächst bis zum 31. Mai geplant und wurde jetzt bis zum 31. Dezember verlängert. Die Kontingente der eingesetzten Beamten wechseln inzwischen im 4-Wochen-Rhythmus.



Quelle: ots/Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt


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