#zeitfokus.

Dienstag, 31 Mär 2020
Barack Obama und Donald Trump
Barack Obama und Donald Trump Foto: Karl-Ludwig Poggemann / CC BY 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  250 Worte im Text  vor 219 Tagen
Die Spaltung ist da. Drei Jahre liegen zwischen diesen Erklärungen zweier US-Präsidenten: "Es wird kein bilaterales Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA in absehbarer Zeit geben." Und: "Wir werden bald ein Handelsabkommen abschließen können." 2016 warnte Barack Obama den damaligen Premierminister David Cameron vor einem Ausstieg seines Landes aus der Europäischen Union - das Vereinigte Königreich stünde nach einem Brexit am "Ende der Schlange", weil für die USA Verträge mit der wesentlich größeren EU Priorität hätten. Londons damaliger Bürgermeister fand das "empörend". Sein Name: Boris Johnson. Camerons Nachnachfolger frühstückt am Sonntag beim G7-Gipfel in Biarritz mit dem US-Präsidenten, der Obama abgelöst hat. Donald Trump schwärmt von einem bevorstehenden "fantastischen Handelsabkommen". Die Koordinaten haben sich verschoben. Bei Trump ist es die EU, die am Ende der Schlange steht. Obama setzte auf Zusammenhalt, Trump steht für Alleingänge. Die Rolle der USA als stabilisierende Weltmacht gerät ins Wanken. Trump ist der destabilisierende Faktor. Sein Handelskonflikt mit China eskaliert. Es geht schon lange nicht mehr nur um Washington und Peking, sondern um die Weltwirtschaft. Die Konjunktur schwächelt, Strafzölle bremsen Wachstum. In Biarritz haben sich die vier Europäer unter den G7 - Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland - immerhin trotz Brexits bei den großen Konflikten wie um das Atomabkommen mit dem Iran, den Umgang mit Russland und die Handelspolitik nicht auseinander dividieren lassen. Mit Japan und Kanada ziehen sie an einem Strang. Gegen Trump. Aber deshalb kann man eben nicht mehr von G7 sprechen. Das Format ist jetzt: G6 plus 1. Die Spaltung ist da. Quelle: ots/Mittelbayerische Zeitung

Drei Jahre liegen zwischen diesen Erklärungen zweier US-Präsidenten: "Es wird kein bilaterales Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA in absehbarer Zeit geben." Und: "Wir werden bald ein Handelsabkommen abschließen können." 2016 warnte Barack Obama den damaligen Premierminister David Cameron vor einem Ausstieg seines Landes aus der Europäischen Union - das Vereinigte Königreich stünde nach einem Brexit am "Ende der Schlange", weil für die USA Verträge mit der wesentlich größeren EU Priorität hätten.

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Londons damaliger Bürgermeister fand das "empörend". Sein Name: Boris Johnson. Camerons Nachnachfolger frühstückt am Sonntag beim G7-Gipfel in Biarritz mit dem US-Präsidenten, der Obama abgelöst hat. Donald Trump schwärmt von einem bevorstehenden "fantastischen Handelsabkommen". Die Koordinaten haben sich verschoben. Bei Trump ist es die EU, die am Ende der Schlange steht. Obama setzte auf Zusammenhalt, Trump steht für Alleingänge. Die Rolle der USA als stabilisierende Weltmacht gerät ins Wanken. Trump ist der destabilisierende Faktor. Sein Handelskonflikt mit China eskaliert. Es geht schon lange nicht mehr nur um Washington und Peking, sondern um die Weltwirtschaft. Die Konjunktur schwächelt, Strafzölle bremsen Wachstum. In Biarritz haben sich die vier Europäer unter den G7 - Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland - immerhin trotz Brexits bei den großen Konflikten wie um das Atomabkommen mit dem Iran, den Umgang mit Russland und die Handelspolitik nicht auseinander dividieren lassen. Mit Japan und Kanada ziehen sie an einem Strang. Gegen Trump. Aber deshalb kann man eben nicht mehr von G7 sprechen. Das Format ist jetzt: G6 plus 1. Die Spaltung ist da.



Quelle: ots/Mittelbayerische Zeitung
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