Ebola in Westafrika - Es ist noch zu früh, um Entwarnung zu geben

Foto: ECHO / Flickr (CC)

Welt
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Die Ebola-Epidemie ist noch nicht vorbei. Daher steht im Mittelpunkt des Projekts eine großangelegte Informationskampagne, die Misstrauen und Vorbehalte gegenüber Gesundheitszentren und Helfern abbauen soll.

Bündnismitglieder von Aktion Deutschland Hilft setzen Gemeinschaftsprojekt in Liberia um

Neun Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft setzen in Liberia ein Hilfsprojekt um, das ein erneutes Aufflammen der Ebola-Epidemie verhindern soll. "Zwei Wochen lang gab es in Liberia keinen neuen Ebola-Fall, dann wurde eine Frau in Monrovia positiv getestet. Die Epidemie ist noch nicht vorbei. Daher steht im Mittelpunkt des Projekts eine großangelegte Informationskampagne, die Misstrauen und Vorbehalte gegenüber Gesundheitszentren und Helfern abbauen soll und über Vorbeugemaßnahmen und Anzeichen der Erkrankung aufklärt", so Manuela Roßbach, Geschäftsführerin von Aktion Deutschland Hilft.

Ein vielschichtiges Projekt

Darüber hinaus werden Hygieneschulungen abgehalten, Handwaschstationen an stark frequentierten Orten aufgestellt, Gesundheitseinrichtungen mit Schutzmaterial ausgerüstet, Schulmaterial an die wiedereröffneten Schulen verteilt und Landwirte mit Saatgut versorgt, um die Nahrungsmittelversorgung langfristig sicherzustellen.

Die Maßnahmen werden in insgesamt 17 Gemeinden in Margibi und Bong County von ADRA, action medeor, dem Arbeiter-Samariter-Bund, CARE, Islamic Relief, den Johannitern, LandsAid, Malteser International und World Vision umgesetzt.

Unterstützung durch psycho-soziale Beratung

Manuela Roßbach: "Da Ebola-Überlebende, die in die Gesellschaft zurückkehren wollen, oftmals mit Stigmatisierung und Diskriminierung konfrontiert sind, bietet das Projekt auch psycho-soziale Beratung von betroffenen Familien an. Darüber hinaus erhalten diejenigen, die ihr gesamtes Hab und Gut aus Hygienegründen vernichten mussten, Hilfspakete mit Moskitonetzen, Matratzen, Hygieneartikeln, Bettzeug und Desinfektionsmitteln."

Ein Jahr nach dem Ausbruch

Über ein Jahr nach dem Ausbruch des Ebola-Virus haben sich über 24.900 Menschen in Guinea, Liberia und Sierra Leone mit dem Ebola-Virus infiziert, über 10.300 Personen starben. Nachdem Anfang des Jahres von einer rückläufigen Zahl an Neuinfektion berichtet wurde, stiegen die Zahlen seit Februar wieder. Das von der US-Seuchenschutzbehörde prognostizierten Szenario von 1,4 Millionen Ebola-Infizierten Anfang 2015 konnte allerdings verhindert werden.

"Dass die Epidemie anders verläuft als befürchtet, ist sicherlich auch als Verdienst der Hilfsorganisationen zu werten. Für Entwarnung ist es jedoch noch zu früh. Um das Virus besiegen zu können, müssen weiterhin Aufklärungs- und Hygienemaßnahmen umgesetzt und medizinische Hilfe geleistet werden", so Roßbach.



Quelle: Aktion Deutschland Hilft


Welt (Top 10/365)

  • Angriff auf die Demokratie
    Dienstag, 05. Februar 2019

    Wenn Lech Walesa lospoltert, gibt es oft kein Halten mehr. Politische Gegner beschimpft der Friedensnobelpreisträger von 1983 dann wahlweise als Idioten, Schlappschwänze oder Eierköpfe. Stellt ein...

  • Illegale Giftlieferung in die USA?
    Freitag, 13. Juli 2018

    Das deutsche Medizinunternehmen VET Pharma Friesoythe GmbH steht im Verdacht, illegal mehrere Tonnen eines Mittels zum Einschläfern von Tieren in die USA geliefert zu haben. Der enthaltene...

  • Deutschland nimmt immer weniger Jesiden als Flüchtlinge auf
    Samstag, 09. Februar 2019

    Deutschland nimmt immer weniger Jesiden als Flüchtlinge auf. 2018 hatten nur 60 Prozent der Mitglieder dieser religiösen Minderheit in Deutschland mit ihren Asylanträgen Erfolg. Im Jahr zuvor waren...

  • Grandios gescheitert: Der Meister des Desasters
    Donnerstag, 28. Februar 2019

    Der selbst ernannte Verhandlungskünstler aus dem Weißen Haus hat seinen Meister in einem ruchlosen Diktator gefunden. Kim Jong-un nutzte beim Atompoker in Vietnam die strategische Schwäche des...

  • Putins gefährlicher Geheimplan
    Dienstag, 29. Januar 2019

    Wladimir Putin hält wenig davon, der Öffentlichkeit allzu tiefe Einblicke in sein Privatleben zu geben. Am vergangenen Wochenende zeigte sich der russische Präsident bei einem Besuch in seiner...

  • Nord Stream 2: Russischer Botschafter kritisiert USA
    Mittwoch, 13. Februar 2019

    Russlands Botschafter Sergej Netschajew hat den diplomatischen Druck kritisiert, mit dem die USA den Bau der Pipeline Nord Stream 2 kurz vor Fertigstellung noch verhindern wollen. Dass die...

  • Haushaltsplan Italien: Ein Drahtseilakt
    Dienstag, 12. Februar 2019

    Es ist ein geradezu befremdlich wirkender Termin. Der italienische Ministerpräsident Guiseppe Conte spricht heute in Straßburg über die Zukunft Europas. Seit Herbst klafft zwischen Italien und der...

  • Brexit: Die wichtigsten Szenarien
    Mittwoch, 23. Januar 2019

    Nachdem das Austrittsabkommen der britischen Regierung mit der EU im Parlament keine Mehrheit gefunden hat, diskutieren die Briten und Brüssel verschiedene Brexit-Lösungen. Ein Überblick über die...

  • Ukraine: An Putin ausgeliefert
    Freitag, 22. Februar 2019

    Fünf Jahre ist es her, dass die Massenproteste auf dem Maidan, dem Unabhängigkeitsplatz im Herzen von Kiew, in tödliche Gewalt umschlugen. Scharfschützen feuerten in die Menge. Barrikaden brannten....

  • Brexit: Für die EU gibt es nichts mehr zu verhandeln
    Mittwoch, 16. Januar 2019

    Nachdem die britische Premierministerin Theresa May mit ihrem Brexit-Vorschlag im Parlament gescheitert ist, gibt es kaum noch Hoffnung auf ein geregeltes Austreten Großbritanniens. Deutsche...