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Ukraine

Über 100.000 Ermittlungsfälle wegen mutmaßlicher russischer Kriegsverbrechen

Der deutsche Berater der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Klaus Hoffmann, ist alarmiert wegen der hohen Zahl mutmaßlicher russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine.

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Welt.
Viele der mutmaßlichen Verbrechen werden von russischer Seite gut dokumentiert, da verantwortliche Kommandeure dafür ausgezeichnet werden.
Viele der mutmaßlichen Verbrechen werden von russischer Seite gut dokumentiert, da verantwortliche Kommandeure dafür ausgezeichnet werden.
Foto: manhhai / CC BY 2.0 (via Flickr)

Der deutsche Berater der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Klaus Hoffmann, ist alarmiert wegen der hohen Zahl mutmaßlicher russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine.

Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte Hoffmann, es zeige sich, "dass unglaublich viele Verbrechen begangen werden. Viele von denen sind sehr umfassend dokumentiert". Laut Hofmann sind derzeit etwa 133.000 Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher russischer Kriegsverbrechen registriert. Das sei eine "enorme Steigerung", sagte Hoffmann. Ende 2022 seien 56.000 entsprechende Verfahren registriert gewesen.

Hoffmann nannte etwa russische Luftangriffe auf zivile Ziele oder Entführungen und Zwangsadoptionen von ukrainischen Kindern. Einer juristischen Beurteilung wollte Hoffmann zwar nicht vorweggreifen. Seine persönliche Meinung sei aber, dass man das russische Vorgehen "nur als Terror gegen die Zivilbevölkerung beschreiben" könne. Viele der mutmaßlichen Verbrechen würden von russischer Seite gut dokumentiert, da verantwortliche Kommandeure dafür ausgezeichnet würden, sagte Hoffmann.

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine ist Hoffmann, der als Oberstaatsanwalt in Baden-Württemberg beurlaubt ist, Berater der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft. In der Vergangenheit hatte Hoffmann unter anderem für das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien ermittelt.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung